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04. Oktober 2010 09:34; Akt: 04.10.2010 10:44 Print

Leichen am Strassenrand

Google Street View macht immer wieder mit enthüllenden Bildern Schlagzeilen. Diese Opfer können sich nicht mehr dagegen wehren.

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In Miami wurde eine junge Frau vor der eigenen Haustür «erwischt». Google reagierte und liess die hüllenlosen Bilder verwischen. Diese junge Mutter weiss sich zu wehren. Kaum ist Street View Mitte November 2010 in 20 deutschen Städten an den Start gegangen, ist dieser Schnappschuss aufgetaucht. Im Oktober 2010 machte dieses Foto aus dem irischen Ballintyre Hall Schlagzeilen. Ein Passant drückt unmissverständlich aus, was er von Street View hält. Im Oktober 2010 sollen laut gizmodo.com.br diese beiden Leichenbilder aus Rio de Janeiro und... ... Belo Horizonte zu sehen gewesen sein. Im August 2010 machte dieses Bild einer vermeintlichen Leiche am Strassenrand Schlagzeilen. Dabei handelte es sich allerdings um Azura Beebeejaun aus dem britischen Worcester, die sich zufällig während eines Spiels wie tot auf die Fahrbahn gelegt hatte. Im britischen Hawes, Yorkshire, wurde dieses Bild gemacht, bei dem die Kamera wohl nicht ihren besten Tag hatte. Mit Street View auf dem Strich. In Cradley, westlich von Birmingham, haben sich riesige Kneifzangen aufs Bild geschlichen. Offenbar hat der Google-Fahrer an der Kamera herumhantiert und vergessen, sie dabei auszuschalten. Diesem Snowboarder passt es nicht, dass Google die Pisten in Whistler Mountain abfotografiert hat. Immer wieder macht Street View von sich reden. Zum Beispiel wegen dieses Mannes, der wohl beim Verrichten seiner Notdurft fotografiert wurde. Zum Beispiel, wenn ein Reh vor eines der Google-Fahrzeuge springt ... ... oder wenn die Street-View-Kameras spektakuläre Unfallbilder einfangen. Erwischt beim ersten Kuss. 20-Minuten-Online-Leser Arnaud Zehnder fotografierte dieses Street-View-Fahrzeug heute Morgen in Genf ... ... und Leser Pascal Mathys bekam eines der Google-Autos in Bern vor die Linse. Natascha Bürge schickte 20 Minuten Online dieses Bild aus Dübendorf. Mobile-Reporter Thomas Hegglin sichtete dieses Google-Earth-Auto in Oberwinterthur - mit eingeklappter Kamera. La Neuveville BE, von Fabian Küng. Beim Glattzentrum in Wallisellen entdeckte Zafer Akin ein Google-Auto. Bertrand Kolb schickte uns diesen Schnappschuss.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Seit vergangener Woche ist Google Streew View auch in Brasilien verfügbar. Und schon hat die brasilianische Ausgabe des IT-Blogs Gizmodo zwei ungewöhnliche Bilder gefunden, die bereits wieder gelöscht wurden. Sie zeigen Leichen am Strassenrand. Wie sie dorthin gelangten, ist unbekannt. Google schickt seit einigen Jahren Kamerafahrzeuge auf die Reise, welche die Fotos aufnehmen, dank denen Nutzer dann am Computer virtuelle Reisen unternehmen können.

Einen offiziellen Kommentar von Google gibt es bislang nicht. Nutzer können dem Suchmaschinisten problematische Bilder über den Link «Ein Problem melden» schicken. Fast alle Gesichter und Autokennzeichen werden vor dem Aufschalten der Fotos automatisch verpixelt. Für Leichen scheint der Filter bislang nicht zu funktionieren. Weitere kuriose Aufnahmen, die einst in Street View zu sehen waren, sind in der obigen Bilderstrecke zu sehen.

Warten auf das Urteil

Nach einem Unterbruch von mehreren Monaten schickt Google seine Autos seit Anfang August wieder auf Schweizer Strassen. Auf seiner Internetseite gibt Google jeweils bekannt, wo die Fahrzeuge unterwegs sind. Das Aufschaltverbot und die Ankündigung der Fahrten in einem Wochen-Intervall gehen auf eine Vereinbarung zurück, die Google mit dem Eidgenössischen Datenschützer Hanspeter Thür im Dezember 2009 getroffen hat. Sie gilt vorübergehend, bis das Bundesverwaltungsgericht über eine Klage Thürs gegen Google Street View entschieden hat. Hanspeter Thür wirft Google vor, zahlreiche Gesichter und Autonummern gar nicht oder nur unzureichend zu verwischen.

WebP statt JPEG

Im Chromium-Blog hat Google mit dem Dateiformat WebP einen möglichen Nachfolger für JPEG vorgestellt. Entwickler des Unternehmens hätten sich daran gesetzt, ein Format zu kreieren, dass bei gleicher Bildqualität deutlich geringere Dateigrössen und somit Ladezeiten von Websites ermöglichen soll, heisst es. Rund eine Million Bilder in den Formaten JPEG, GIF und PNG hat Google nach eigenen Angaben in WebP-Dateien umgewandelt. Im Durchschnitt sollen sie dabei um jeweils 39 Prozent geschrumpft sein.

Negative Kritik kommt von Jason Garrett-Glaser, auch unter dem Pseudonym Dark Shikari bekannt. Der Hauptentwickler des freien H.264-Encoders x264 hat WebP getestet und «peinliche» beziehungsweise «verschwommene» Resultate erhalten. «Google sollte erst einen guten Encoder entwickeln, ehe man ihn öffentlich präsentiert - und nicht umgekehrt», schrieb Garrett-Glaser.

(hst)