Soziale Netzwerke

12. März 2010 09:57; Akt: 12.03.2010 15:35 Print

Zu Unrecht am Pranger

Facebook soll eine Klage gegen das britische Blatt «Daily Mail» erwägen. Ein Autor der Zeitung hatte die Community als Tummeplatz für Pädophile ausgemacht, sich dabei aber einen Anfängerfehler geleistet.

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Mark Williams-Thomas: Facebook fälschlicherweise beschuldigt.

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Am Mittwoch hatte die Zeitung «Daily Mail» einen mittlerweile geänderten Artikel von Gast-Autor Mark Williams-Thomas veröffentlicht. In diesem behauptete er, 14-jährige Mädchen würden in der Regel auf Facebook binnen 90 Sekunden von Männern belästigt. Der Schreiber hatte aber für seine Recherchen ein anderes, nicht genanntes soziales Netzwerk benutzt. Eine Sprecherin von Facebook sagte guardian.co.uk, man erwäge rechtliche Schritte wegen Schädigung der Marke. Wie das Newsportal weiter schreibt, sollen kritische Kommentare von Facebook-Mitarbeitern zum Artikel auf dailymail.co.uk unterdrückt worden sein. Das Blatt hat sich mittlerweile öffentlich entschuldigt. Sein stellvertretender Chefredaktor Charles Garside hatte gegenüber «The Guardian» ein Treffen mit Facebook-Vetretern angekündigt. Dass Facebook irrtümlich im Artikel genannt wurde, liege in einem Kommunikationsfehler begründet.

Mark Williams-Thomas war früher Polizist und arbeitet heute unter anderem als Buchautor und Moderator. Das von ihm benutzte soziale Netzwerk nannte er bislang nicht. Facebook hat in Grossbritannien etwa 23 Millionen Nutzer. Kürzlich hatte das Urteil gegen Peter Chapman Schlagzeilen gemacht, der die 17-jährige Ashleigh Hall ermordet hatte. Der 33-Jährige hatte sie über Facebook kennen gelernt, indem er sich als Teenager ausgegeben hatte. Er wurde am Montag zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Fall hatte eine Diskussion darüber ausgelöst, wie Facebook und andere Communities ihre User schützen. Einen Schritt in diese Richtung hat Facebook bereits gemacht. Wie nma.co.uk berichtet, hat die britische Niederlassung des Online-Netzwerks die Regierung aufgefordert, dem Unternehmen eine Liste aller im Land registrierten Sexualstraftäter zu überreichen.