Sicherheit

17. August 2010 10:10; Akt: 17.08.2010 12:19 Print

Spammer erfüllen Nutzerwünsche

Es gibt keinen offiziellen Gefällt-mir-nicht-Button für Facebook. Dass mancher gern einen hätte, nutzen nun Cyberkriminelle aus.

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Dislike-Button für Facebook: Vorsicht, Phisher!

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Ende April führte Facebook den Like-Button ein, der in der deutschen Version «Gefällt mir» heisst. Über ihn können Mitglieder anderen Usern Links und Produkte direkt empfehlen. Webseitenbetreiber müssen ihre Sites dazu für die Schnittstelle Open Graph geöffnet haben. Die Funktion ist aber nicht nur für Werbekunden interessant, weil Interessen mit realen Usern verbunden werden. Facebook erhält auch wertvolle Informationen darüber, was seinen Mitgliedern gefällt und könnte diese Informationen an Suchmaschinenanbieter verkaufen. Einen Button, der Missfallen ausdrückt, hat Facebook bislang allerdings nicht eingeführt.

Vor einer Woche machten die Entwickler von PubNub mit einer Lösung für Webseitenbetreiber Schlagzeilen, dank der man immerhin sein Desinteresse mit einem Klick ausdrücken kann: den Meh-Button. Bei Meh handelt es sich um eine englische Interjektion, die Gleichgültigkeit bekundet. Allerdings hat der Meh-Button einen Fehler. Man kann ihn im Gegensatz zum Original beliebig oft anklicken und so manches zu sehr schmähen.

Einen offiziellen Dislike-Button gibt es von Facebook nach wie vor nicht, obwohl dieser seit längerem von zahlreichen Gruppen gefordert wird. Dass aber mancher Nutzer von PubNubs Entwicklung gehört haben könnte, nutzen nun Spammer aus, wie Graham Cluley vom Sicherheitsanbieter Sophos in seinem Blog schreibt. Wer auf den entsprechenden Link klickt und so die App installiert, gewährt ihr Zugriff auf persönliche Daten. Ausserdem veröffentlicht sie Werbung für den vermeintlichen Dislike-Button als Status Update des Mitglieds. Nutzer müssen eine umfangreiche Umfrage ausfüllen, welche den Spammer Geld bringen dürfte, ehe sie dann doch noch auf ein schon länger erhältliches Firefox-Add-on namens FaceMod verwiesen werden, das einen Dislike-Button bereitstellt, der ebenfalls offiziell nichts mit Facebook zu tun hat. Laut Cluley haben die Macher der Browsererweiterung, die auch für Internet Explorer, Chrome und Opera angeboten wird, nichts mit den Spammern zu tun.

(hst)