Soziale Netzwerke

20. Juli 2009 09:30; Akt: 19.10.2010 15:28 Print

Bilderklau bei Facebook

Wer unvorsichtig ist, riskiert, dass seine persönlichen Fotos ohne Einverständnis in Werbung auftauchen. Das Problem wurde bislang nicht gelöst.

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Bild: allfacebook.com

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Peter Smith staunte nicht schlecht, als er kürzlich bei Facebook eine Werbung sah, in der es hiess: «Hey Peter, hot singles are waiting for you». Eingelblendet wurde dazu allerdings ein Foto seiner Frau Cheryl, einer Unternehmensberaterin aus Lynchburg im US-Bundesstaat Virginia.

In den Nutzungsbedinungen von Facebook heisst es: «Du kannst über deine Privatsphäre-Einstellungen einschränken, inwiefern dein Name und dein Profilbild mit kommerziellen oder gesponserten Inhalten verbunden werden können. Du erteilst uns die Erlaubnis, vorbehaltlich der von dir festgelegten Einschränkungen, deinen Namen und dein Profilbild in Verbindung mit diesen Inhalten zu verwenden.» In ihrem Blog empfiehlt Cheryl Smith dementsprechend, über die Privatsphäre-Einstellungen der Webseite die Anzeige eigener Bilder in Werbebannern zu deaktivieren. Dies löst das Problem allerdings nicht, wie allfacebook.com schreibt.

Dem Bericht zufolge legen einige Werbenetzwerke Nutzerdaten in einem Zwischenspeicher ab, so dass dann auch Fotos ohne Einverständnis der Abgebildeten eingeblendet werden können. Laut der Seite haben Anzeigen, in denen Bekannte auftauchen, viel höhere Klickraten. Wie Downloadsquad.com weiss, hat Facebook mittlerweile die Zusammenarbeit mit zwei Werbeanbietern gekündigt, welche die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verletzt hatten. Sie hatten Nutzerdaten abgegriffen, während User bestimmte Anwendungen verwendeten.

Handel mit Nutzerdaten

Bereits im Mai 2009 hatte 20 Minuten Online berichtet, wie Entwickler von Anwendungen diese zu Geld machen. Dazu verkaufen sie die Tools mitsamt gewonnenen Daten, sobald diese eine gewisse Zahl an Usern erreicht haben. In den Geschäftsbedingungen zur Nutzung einer App heisst es vielsagend, dass man den Zugriff auf alle Daten erlaubt, welche das Tool braucht, um zu funktionieren. Welche Daten genau benötigt werden, wird in der Regel nicht bekannt gegeben. Daher sollten Mitglieder von Facebook nur Anwendungen aus vertrauenswürdiger Quelle installieren und sich genau überlegen, welche Daten sie bei Facebook veröffentlichen.

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(hst)