Prognose

17. Juni 2010 11:05; Akt: 17.06.2010 11:50 Print

E-Mails vor dem Aussterben?

Weil Surfer immer mehr Zeit bei Facebook und Co verbringen und auf SMS sowie Twitter setzen, könnte ein Dinosaurier der Kommunikation verschwinden.

Quelle: YouTube
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«Wenn Sie wissen möchten, was die Menschen morgen machen, schauen sie sich die Teenager von heute an», sagte Facebooks Geschäftsführerin Sherly Sandberg vorgestern auf der Nielsen Consumer 360 Conference in ihrem Vortrag. Nur noch elf Prozent der Jugendlichen würden täglich mindestens eine E-Mail verschicken, so COO Sandberg weiter, die anschliessend einen Blick in die Zukunft wagte: «E-Mails - ich kann mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen, aber vielleicht werden sie verschwinden.» Teenager würden stattdessen zunehmend auf SMS, Twitter und soziale Netzwerke als Kommunikationsmittel setzen.

Laut einer am Dienstag veröffentlichten Studie von Nielsen verbringen Surfer weltweit im Schnitt etwa 22 Prozent ihrer Online-Zeit in sozialen Netzwerken und Blogs. Den Marktforschern zufolge besuchten im April drei Viertel der Web-User solche Seiten, 24 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Schnitt verbrachten Nutzer im April sechs Stunden in Communities und Blogs. Ein Jahr zuvor waren es erst dreieinhalb Stunden.

Kommentare bewerten auf Facebook

Im offiziellen Blog hat Facebook mitgeteilt, dass der Gefällt-mir-Button nun auch für Kommentare von Freunden zur Verfügung steht. Hat man einen Kommentar so markiert, erhält dessen Ersteller eine Nachricht. Alle, für die der Kommentar aufgrund der Einstellungen sichtbar ist, bekommen ebenfalls mitgeteilt, wem er gefallen hat. Mitte April hatte Facebook den Button, der ursprünglich für News-Links gedacht war, zum Einbetten in Webseiten freigegeben. Besucht ein Mitglied des sozialen Netzwerkes beispielsweise einen Online-Shop, können ihm Produkte präsentiert werden, welche seinen Facebook-Freunden gefallen haben. Vorteil für Facebook und dessen Werbekunden: User verraten viel mehr über sich und können so gezielter mit Reklame angesprochen werden. Auf einer Nachrichtenseite können Mitglieder mittlerweile sofort sehen, was Freunde hier schon gut fanden.

(hst)