Soziale Netzwerke

20. April 2010 12:03; Akt: 20.04.2010 13:34 Print

Manche Daten kann man nicht verbergen

Facebook will es Nutzern leichter machen, Privates zu schützen. Doch selbst wer sein Profil anpasst, kann bekanntlich nicht alles für sich behalten.

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Facebook will mehr für den Datenschutz tun. Symbolbild: Colourbox

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Im firmeneigenen Blog hat Facebook eine neue Sektion für die Einstellungen zur Privatsphäre präsentiert. Friends, Tags and Connections soll in den nächsten Tagen für alle User verfügbar gemacht werden. Nun kann man unter anderem die Freundesliste im Profil verbergen. Ausserdem kann man dort nun Interessen und Fotos, auf denen man markiert wurde, nicht mehr anzeigen lassen. «Trotzdem könnten die Daten noch woanders sichtbar sein, bis du sie aus dem Profil selbst entfernt», schreibt Facebook und weist seine User somit auf Bekanntes hin - dass man auch über das Profil eines Freundes gefunden werden kann, wenn dieser einen beispielsweise auf einem Bild markiert hat. Oder wie Jason Kincaid auf TechCrunch.com kommentiert: «Diese Einstellungsmöglichkeiten gibt es seit Jahren an anderen Stellen. Es ist aber gut, dass Facebook darauf hinweist, dass sich manches finden lässt, obwohl man es im Profil nicht anzeigt.»

Gute Gründe

Das Vorpreschen Facebooks beim Datenschutz scheint nicht von ungefähr zu kommen. Denn das weltgrösste soziale Netzwerk hatte zu diesem Thema schon öfter negative Schlagzeilen produziert. Jüngstes Beispiel dafür war die deutsche Stiftung Warentest, welche Facebook, aber auch der Konkurrenz von MySpace und Co. vorgeworfen hatte, allzu freigiebig mit Nutzerdaten umzugehen. Einige Tage später kündigte Facebook an, Daten seiner Mitglieder bald an ausgewählte externe Firmen automatisch weitergeben zu wollen. Was aus diesen Plänen geworden ist, gab Facebook in seiner heutigen Mitteilung nicht bekannt. Gegen diese Pläne hat sich unlängst die Gruppe «Facebook Privacy Control - NOW!» gegründet, welche bereits über 50 000 Mitglieder hat.

Vergangene Woche hatte Facebook für seine mittlerweile über 400 Millionen Mitglieder einen neuen Sicherheitsbereich auf dem Portal eingerichtet, in dem sich Nutzer informieren können, wie man sich in der digitalen Welt schützen kann. Die Hilfeseite ist in fünf Sektionen gegliedert: Sicherheit für Eltern, Pädagogen, Jugendliche, Strafverfolgungsbehörden und allgemeine Sicherheit. So finden User unter anderem Informationen, wie sie ein gutes Passwort finden, sich vor Cyber-Stalking schützen und anstössige Inhalte melden können. Bei der Entwicklung der Seite hat Facebook nach eigenen Angaben mit dem unternehmenseigenen Sicherheits-Beratungsausschuss zusammengearbeitet. Diesem gehören unter anderem Vertreter von Organisationen wie Childnet International, Connect Safely und WiredSafety an.

Im Blog hat das soziale Netzwerk gestern ausserdem die so genannten Community Pages vorgestellt. Auf diesen sollen sich Mitglieder mit anderen über Themen und Erfahrungen austauschen können. Zu Beginn werden Wikipedia-Einträge genutzt, um Informationen zu liefern. Später sollen die Nutzer eigene Wissensbeiträge verfassen.

XAuth vs. Facebook Connect

Yahoo, Google, MySpace, Disqus, Gigya und Meebo haben die XAuth gestartet, dank dem sich die Netzwerke und deren User unabhängig vom Browser besser miteinander verknüpfen lassen sollen, schreibt softpedia.com. Die Browserunabhängigkeit aussen vor gelassen, erinnert das Ganze an Facebook Connect. Mit XAuth (Extended Authentification) können Macher von Webseiten es ihren Besuchern ermöglichen, sich mit ihren Login-Daten für andere Angebote einzuloggen. Facebook und Twitter sind allerdings nicht an Bord.

(hst)