Tablet-Vergleich

03. März 2011 17:08; Akt: 03.03.2011 20:04 Print

iPad 2 stellt sich der Konkurrenz

von Oliver Wietlisbach - Das iPad 2 bringt zahlreiche Verbesserungen. Haben Motorola Xoom, HP TouchPad und Blackberry Playbook jetzt noch eine Chance?

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HP TouchPad, Motorala Xoom, Apple iPad 2 und RIM Playbook (v.l.n.r) (Bild: Fotomontage)

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Der Wettstreit im Tablet-Markt ist lanciert. 20 Minuten Online zeigt, ob Apples neues Flaggschiff mit der Konkurrenz mithalten kann – oder bereits wieder einen Schritt voraus ist.

Das iPad der ersten Generation war praktisch konkurrenzlos. In der Schweiz hatten neun von zehn verkauften Tablet-PCs im letzten Jahr ein Apfel-Logo. Das iPad 2 – das bei uns am 25. März erscheinen wird – ist zwar schneller, leichter und dünner geworden, wird aber auf deutlich stärkere Rivalen treffen.

Apple iPad 2 – auch in Weiss

Das iPad 2 läuft wie sein Vorgänger mit Apples Betriebssystem iOS, allerdings hat das kalifornische Unternehmen einige Verbesserung in die aktuelle Version 4,3 gepackt. Das neue iTunes Home Sharing ermöglicht es, Musik oder Filme aus iTunes auf dem Mac über ein lokales WLAN-Netzwerk auf einem iPad oder iPhone abzuspielen. Verbesserungen gibt es auch in AirPlay, Apples Wireless-Technologie, die es erlaubt, Filme oder Musik zu Apple TV zu streamen.

Nichts getan hat sich beim Display und Speicherplatz. 9,7-Zoll bei einer 1024 x 769 Auflösung und maximal 64 Gigabyte Speicherplatz müssen reichen. Zur Grösse des Arbeitsspeichers schweigt sich Apple aus. Wie erwartet spendierte Steve Jobs dem iPad 2 einen 1 GHz Dualcore-A5-Chip, womit das Apple-Tablet kräftemässig auf Augenhöhe mit der Konkurrenz liegt. Die Batterie soll unverändert für zehn Stunden Betriebsdauer reichen. Für die Videotelefonie-Funktion wurden zwei Kameras verbaut, eine Frontkamera und eine auf der Rückseite. Nicht unterstützt wird hingegen der kommende 4G-Standard, der eine schnellere Datenübertragungen erlaubt.

Das iPad 2 wird in den USA für 499 bis 829 Dollar angeboten, abhängig von der Speichergrösse und 3G-Unterstützung für mobiles Surfen im Internet. Schweizer Kunden müssen wohl etwas tiefer in die Tasche greifen. Da Apple den Preis unverändert lassen will, kann mit Verkaufspreisen zwischen 649 und 1050 Franken gerechnet werden. Das iPad der ersten Generation wird nun für 479 bis 819 Franken angeboten.

Motorola Xoom – mit Android 3.0 Honeycomb

Das Motorola Xoom ist der erste Tablet mit Googles Honeycomb-Betriebssystem. Honeycomb basiert auf Android, wurde aber für grössere Displays optimiert. Das Xoom kam in den USA am 24. Februar 2011 auf den Markt, über den Schweizer Verkaufsstart ist noch nichts bekannt. Während für das iPad 65 000 Apps zur Verfügung stehen, gibt es derzeit weniger als 100 Honeycomb-Apps.

Das Xoom ist mit seinem 10.1-Zoll-Display unwesentlich grösser als das iPad 2, was es allerdings auch etwas schwerer macht. Als Antrieb dient der Nvidia-Tegra-2-Prozessor, der das Abspielen von HD-Videos ermöglicht. Das Xoom ist mit 32 Gigabyte Speicherplatz und 1 Gigabyte Arbeitsspeicher ausgestattet. Die Batterielaufzeit wird mit neun bis zehn Stunden angegeben. Es besitzt wie das iPad zwei Kameras, wobei die Kamera auf der Rückseite Aufnahmen mit fünf Megapixeln ermöglicht.

Motorolas Xoom schlägt in den USA mit 799 Dollar zu Buche, was es nicht eben zum Schnäppchen macht. Amazon.de listet das Tablet seit gestern zu einem Preis von 700 Euro.

HP TouchPad – das Power-Tablet

Hewlett Packard nennt derzeit lediglich Sommer 2011 als Datum für sein TouchPad. Grösse und Display entsprechen dem iPad 2. Unter der Haube werkelt das eigene webOS 3.0, das ursprünglich von Palm entwickelt wurde.

Das TouchPad wird in einer 16- und 32-Gigabyte-Version erhältlich sein. Für reichlich Geschwindigkeit sorgen der neue 1,2 GHz Dualcore-Snapdragon und der 1 Gigabyte Arbeitsspeicher. Im Unterschied zu Apple und Motorola hat sich HP die Kamera auf der Rückseite gespart. Keine Angaben macht das Unternehmen zur Laufzeit der Batterie und der Anzahl verfügbarer Apps. Das TouchPad ist mit 740 Gramm das Schwergewicht im Tablet-Vergleich - und trotzdem kaum schwerer als das iPad der ersten Generation.

RIM Blackberry PlayBook – das Business-Tablet

Wie gewohnt eigene Wege beschreitet BlackBerry-Produzent Reasearch in Motion (RIM). Das PlayBook der Kanadier ist mit 7-Zoll deutlich kleiner und mit 425 Gramm leichter als die Konkurrenz. Das Betriebssystem QNX soll besonders gut für Multimedia-Anwendungen geeignet sein und der integrierte Browser hat mit Webstandards wie HTML 5 oder Flash keine Probleme.

Damit die Bilder der Videokonferenz gestochen scharf werden, hat RIM das PlayBook mit einer Fünf- und Drei-Megapixelkamera ausgestattet. Sicherheitstechnisch dürfte das PlayBook - wie vom Blackberry gewohnt - ganz vorne mitspielen, allerdings werden die Nutzer auf viele vom iOS bekannte Apps verzichten müssen. Immerhin werden Apps, die für das Betriebssystem Blackberry OS 6 geschrieben wurden, auch auf dem Tablet laufen.

Die technischen Eckdaten lassen sich sehen: Das PlayBook hat einen 1 GHz Dualcore-Prozessor und 1 Gigabyte Arbeitsspeicher. Wie beim iPad 2 stehen Varianten mit 16-, 32- oder 64-Gigabyte zur Auswahl. Diese drei PlayBook-Modelle wird es in vier Varianten geben: mit WiMax, LTE, HSPA+ und als reines Wlan-Tablet. Damit unterstützt es alle verbreiteten 3G- und 4G-Funkstandards, was vor allem für Business-Anwender von Interesse sein wird. In der Schweiz ist mit einem Verkaufsstart in der zweiten Jahreshälfte 2011 zu rechnen. Ungeklärt ist die Preisfrage; das Label «Business Tool» spricht zumindest nicht für ein günstiges Tablet.

Fazit: App is King

Bislang hat erst Samsung mit dem Galaxy-Tab versucht den Martkleader herauszufordern; dies mit eher bescheidenem Erfolg. Richtig am Stuhl von Apple sägen, können die Rivalen vermutlich erst mit Android 3.0 Honeycomb, das speziell für Tablets ausgelegt ist. Allerdings muss sich zeigen, ob die Kunden das offene Google-Betriebssystem ähnlich gut wie bei den Smartphones annehmen werden. Klar ist, Apple bietet mit seiner Hardware und dem iOS 4.3 ein Produkt aus einem Guss, was nur RIM mit seinem BlackBerry und dem Playbook in ähnlicher Form bieten kann. Einmal mehr aber hat Apple mit dem iPad 2 vorgelegt, da PlayBook, TouchPad und Xoom in der Schweiz nach dem iPad 2 auf den Markt kommen.

Aus Hardware-Sicht befinden sich die vier Tablet-Computer – alle aus dem Premium-Segment – in Schlagdistanz. Bei den Konsumenten das Rennen machen dürfte trotzdem wieder Apple. Trotz technisch aufgerüsteten Tablets kann kein Mitbewerber seinen Kunden eine ähnliche Anzahl interessanter Apps anbieten. Apples Vormacht kommt wohl erst ins Wanken, wenn die Konkurrenten ein ähnlich breites App-Angebot vorweisen können.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • The Dude am 03.03.2011 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    Die Konkurrenz hat immer noch Nichts gelernt...

    Die Konkurrenz von Apple hat noch nicht begriffen, dass es nicht reicht eine gute Hardware zusammen zu bauen. Apple hat in der Vergangenheit noch nie durch überragende Hardware geglänzt, sondern durch ein logisches und stimmiges Feeling beim Bedienen. Das Betriebssystem muss von Grund auf für ein Tablet konzipiert sein, sonst wird das nichts. Dazu kommt, dass Apple ein so banales Gerät wie ein Handy oder Tablet-Computer zu einem Lifestyle-Produkt gemacht hat, das viele Leute einfach schon deshalb haben wollen.

  • Rainer Burgener am 03.03.2011 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Lemminge rennen über die Klippen!

    Wann lern der geneigte User endlich, dass er beim Erwerb des neuen iPad2 Schrott kauft und auch gleich auf das iPad3 warten kann (dann auch schon wieder Schrott), es kommt bestimmt, wenn nicht im September 2011, dann spätestens anfangs März 2012. Oder doch gleich auf's iPad4 warten, dauert ja auch "nur" ein Jahr. Die Idee vom iPad ist doch lagsam gegessen, das den Käufer nicht langsam merken, dass diese mit der Politik von S.J. und Apple über den Tisch gezugen werden irritiert doch sehr. Nur Lemminge rennen gemeinsam über die Klippen (der wiederkehrend Neuheiten)!

  • Nigel McIntosh am 03.03.2011 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Frage der Prioritätensetzung

    Geschmäcker sind verschieden und nicht allen Leuten sind die gleichen Dinge (Anschlüsse, Technikfeatures) wichtig, wie Ihnen. Damit müssen Sie wohl oder übel leben. Was die Verarbeitungsqualität und Haptik anbelangt, hab ich zumindest noch kein Tablet in den Händen gehalten, welches dem iPad auch nur im entferntesten den Rang ablaufen könnte, Galaxy inklusive.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anna Analyst am 27.03.2011 00:44 Report Diesen Beitrag melden

    iPad Motzer sind weniger sozial

    iPad Nutzer fokussieren sich auf das wesentliche: die zu erzielenden Resultate und können diese nett auf dem iPad präsentieren (und sei's nur Fotos vom letzten Urlaub werden via Airplay auf einem TV gezeigt). iPad Motzer: unterhalten sich lieber über die tollen technischen Details, was ihr anderes Gerät (besser) kann (Betonung "könnte"). Aber Resultate haben sie keine vorzuzeigen. ..so was ist nun cooler? ;-)

  • Peter Reiner am 10.03.2011 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    usb stick relikt aus dem letzten jahrhundert.

    Für was braucht man einen USB anschluss?? ich verbinde alle meine Geräte mit Wlan, ob das drucker, laptop oder Kammera ist, ich bruach keinen usbstick oder ein kabel. Ich lad doch nicht zuerst von meinem latop die daten auf einen usb stick und steck den dann ans ipad (was übrigens geht) ich mach direkt per wlan. Ich leb doch nicht hinter dem Mond!

  • Kieni am 08.03.2011 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Verarsche

    Wahrscheinlich werden nun alle Apple-Fanboys empört aufschreien, aber als Apple-Kunde würde ich mir so verarscht vorkommen. Schon nach einem halben Jahr ein neue Version des I-Pads rausbringen, das ist in meinen Augen eine Frechheit und zeigt mir warum ich keine Apple-Produkte kaufe.

    • Martin Rechsteiner am 12.03.2011 06:39 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte zuerst informieren, dann erst behaupten

      Das erste iPad ist vor ca. 10 Monaten erschienen, somit nichts von einem halben jahr. Und wer bitte sagt, mann muss ein jedes jahr ein neues Gerät kaufen? Besitzer eines ersten iPads warten sicherlich auf das nächste, welches im Frühjahr 2012 kommen wird und dann ein noch grösseres Update bietet. bitte ein bisschen infromieren bevor solche Thesen aufgestellt werden.

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  • Appels miesling am 08.03.2011 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Port wird kommen...

    IPad-imenia und immer noch kein USB und SD Anschluss. Brauch ich einen Computer für ein IPad zu füttern? So schräg.

  • Schlaubi am 08.03.2011 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Hört auf zu jammern...

    Android User kommen immer mit dem gleichen ,,Argument,, dass das iPad kein Flash unterstützt. Wann lernt Ihr endlich, dass Flash keine Zukunft mehr hat ? HTML 5 wird kommen...