Produkte-Spiegel

06. Oktober 2011 08:10; Akt: 06.10.2011 16:05 Print

Die Tops und Flops von Jobs

Steve Jobs war ein Visionär. Nicht alle seine Ideen stiessen aber auf Gegenliebe. Eine Übersicht über Jobs' grösste Erfolge – und Apples schlimmste Niederlagen.

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Ein Jahr vor Beginn der Macintosh-Zeitrechnung versuchte Apple 1983 den 10 000 Dollar teuren Lisa-Computer zu verkaufen. Die letzten Modelle des Ladenhüters sollen auf einem Feld vergraben worden sein. Der Macintosh von 1984 war der erste Mikrocomputer mit grafischer Benutzeroberfläche, der in grösseren Stückzahlen produziert wurde. Ebenfalls 1984 lancierte Steve Jobs mit dem Apple IIc den ersten «portablen» Computer des Unternehmens. Das «c» steht für compact. Zehntausend US-Dollar kostete der 20th Anniversary Mac. Als das Gerät kaum Käufer fand, wurden die Lagerbestände für 2000 Dollar verramscht. Ein Flop, der allerdings nicht auf Jobs Konto geht. Der Apple Newton von 1993 war langsam, teuer und hatte eine schlechte Handschrift-Erkennung. 1996 versetzte der Palm Pilot dem ersten Apple-Handheld den Todesstoss. Nach seiner Rückkehr zu Apple stoppte Jobs das Handheld-Geschäft. Die Pionier-Digitalkamera Quicktake 100 von 1994 entwickelte Apple (ohne Jobs) zusammen mit Kodak. Die Bilder waren allerdings von bescheidener Qualität und der Ausflug ins Kamera-Geschäft zum Scheitern verurteilt. Mit dem iMac läutete Apple 1998 sein Comeback ein. Das All-in-one-Gerät schlug dank der einfachen Bedienbarkeit auch bei technisch weniger versierten Nutzern ein. Harte Kritik hagelte es im Jahr 2000 für Jobs' PowerMac G4 Cube, der gemäss Wikipedia für Apple zum finanziellen Flop wurde. Laut Apple wurden lediglich 148 000 Stück verkauft. Erst der iPod konnte die finanzielle Misere beenden. Wie so oft war Apple auch bei den MP3-Playern kein Pionier, dafür äusserst erfolgreich: Mit dem iPod von 2001 drängte Steve Jobs etablierte Hersteller wie Sony ins Abseits. Apples erstes Handy war nicht das iPhone, sondern das 2005 in Zusammenarbeit mit Motorola lancierte «The Rokr» (sprich: Rocker). Das Handy konnte sich mit iTunes synchronisieren und bis zu 100 Songs verwalten. Für die Kunden war dies allerdings zu wenig. Am 9. Januar 2007 enthüllte Steve Jobs das iPhone. Es sollte das bislang mit Abstand erfolgreichste Smartphone aller Zeiten werden. Inzwischen macht Apple einen Grossteil seines Umsatzes mit dem iPhone. Der Vorläufig letzte Streich: Mit dem iPad gelang es Apple Anfang 2010 den totgesagten Tablet-Markt wiederzubeleben. Bereits Jahre zuvor hatten Grosskonzerne wie Microsoft vergeblich versucht einen Massenmarkt für Tablet-PCs aufzubauen.

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Mit dem Tod von Steve Jobs als Apple-Chef findet eine Ära mit zahlreichen Hochs und Tiefs ihr Ende. Jobs galt als unnachgiebiger Manager, der mit seinen Produkten zwar oft nicht als Erster auf den Markt kam, den Konsumenten dafür ausgereifte Lösungen anbot. Paradebeispiele hierfür waren der MP3-Player iPod und das iPhone. Zwar waren andere Hersteller schneller, die Kombination aus einfacher Bedienbarkeit und gutem Design machte die Apple-Produkte aber auch für technisch weniger versierte Anwender attraktiv.

Längst nicht immer hatten Jobs und Apple indes den richtigen Riecher für Innovationen. Die Unternehmensgeschichte ist gespickt mit Misserfolgen, wie die obenstehende Bildstrecke zeigt.

Von Microsoft gerettet

1997 stand die Firma gar vor dem Abgrund. Nach jahrelangem Missmanagement und gewaltigen Verlusten übernahm Steve Jobs zum zweiten Mal die Führungsrolle. Zuvor war er nach einem internen Machtkampf 1985 aus dem Unternehmen ausgeschieden. Um Apple zu retten, vereinbarte Jobs 1997 nach seiner Rückkehr einen Deal mit dem Erzfeind Microsoft. Bill Gates' Konzern investierte 150 Millionen Dollar in das damals angeschlagene Unternehmen.

In der Folge führte Jobs Apple mit den Erfolgsprodukten iMac, iPod, iTunes, iPhone und iPad an die Spitze der Technologieunternehmen.

Trotz dieser Erfolgsstory leistete sich Apple auch unter der Ägide von Jobs den einen oder anderen Flop. Einen Misserfolg fuhr er mit dem im Jahr 2000 vorgestellten Mac Cube ein. Nach nur einem Jahr wurde die Produktion eingestellt. Auch dem Musik-Handy «The Rokr» von 2005 war kein Erfolg beschieden.

(owi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Kommentare Schreiber am 25.08.2011 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    Es Rockte!

    Das Motorola Rokr war mein erstes Handy und ich sage euch es war verdammt gut!

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  • Don Quichote am 25.08.2011 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Newton war die Erfindung schlechthin!

    Der Newton war einfach ein Jahrzehnt zu früh! Ich bin stolzer Besitzer eines solchen Gerätes, welches damals Funktionen bietete, die heute erst langsam in neuen Handies Einzug finden.

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  • Marcel am 25.08.2011 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück

    Der Artikel spricht für sich! Ohne Apple würden wir heute mit Microsoft Windows Arbeiten, Telefonieren, Musik hören. Zum Glück gibt es aber noch Apple!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas am 08.10.2011 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Jobs...

    hat praktisch nichts wirklich erfunden. Apple hat es verbessert und schön verpackt aber ob smartphone oder tablet.. alles ein alter Hut. Der Erfolg gibt Apple recht aber die strengen Auflagen sind einfach zum k...... Ich kaufe Musik und kann doch nicht damit machen was ich will.... Samsung könnte Apple locker überholen... vielleicht braucht es einfach auch dort einen Jobs

  • Victor Huber am 06.10.2011 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Leitplanken

    Mich haben die geschlossenen Systeme und die bevormundene Art von Jobs immer gestört. Hoffentlich kommen nun Anwendungen die mehr Freiheiten erlauben.

  • Antonio am 06.10.2011 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Mensch ist nicht die Welt

    Steve Jobs hin oder her , auf der Erde sterben täglich geniale Menschen und niemand nimmt Sie war, vor allem die Menschen die für Steve Jobs gearbeitet haben oder seine Produkte...wacht auf ....so kann es doch nicht weiter gehen, sind wir wirklich am Ende?

  • Mitfühlender Fan am 06.10.2011 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Requiescat in pace

    Steve benutzt jetzt Mac OS X heaven. R.I.P Steve :( Wir werden dich nie vergessen. Mit spannung verfolgten wir deine "Keynotes", mit begeisterung standen wir in den Warteschlangen. Dank dir haben mir die GUI, die Maus, den iMac und die ganzen anderen "i-Tastischen" Gadgets und müssen nicht mehr "chkdsk" oder andere MS-DOS Befehle benutzen um mit dem PC zu arbeiten. Steve u were "phenomenal"

  • Hans Ueli am 06.10.2011 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wie bei den Religionen

    Es kommt mir vor wie Religion, jeder glaubt einfach stur vor sich hin. Wohl beide Gläubige haben Recht, nur ist Apple ein geschlossenes System, Industrieanwendungen sieht man kaum welche auf Apple. Windows ist eben offen für jeden Einsatz. Am offensten ist eh Linux - ist das Apple OS nicht auch auf Linux aufgebaut? Und Android ebenfalls. Also jedem das Seine, ohne das andere zu attackieren.

    • Kurt Schwitters am 06.10.2011 13:27 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht ganz...

      Industrieanwendungen selten? Du vergisst die Grafische Industrie, Druckgewerbe. Aber auch Architektur, Design

    • dert am 06.10.2011 18:01 Report Diesen Beitrag melden

      nochmal nicht ganz

      Mac OSX ist genau so geschlossen oder offen wie Windows. Bitte nicht iOS mit Mac OSX verwechseln.

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