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Lieber Phil Geld

07. November 2017 11:17; Akt: 07.11.2017 11:23 Print

Mietzinsreduktion – wie gehe ich am besten vor?

Regula (38) hat von ihrem Vermieter eine Mietzinsreduktion verlangt. Der Vermieter reagiert jedoch nicht. Was kann sie tun?

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Bevor eine Mietzinsreduktion verlangt wird, sollte man seinen Senkungsanspruch prüfen. Im Bild: Die Siedlung Telli in Aarau. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

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Lieber Phil Geld
Ich habe von meinem Vermieter eine Mietzinsreduktion verlangt. Mein Vermieter reagiert aber nicht darauf. Was kann ich tun?

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Liebe Regula

Seit Juni 2017 liegt der für den Mietzins massgebliche Referenzzins auf einem historischen Tiefststand von 1,5 Prozent. In der Regel nehmen Vermieter die Mietzinsanspassung nicht von sich aus vor. Mieterinnen und Mieter müssen, um tiefere Mieten zu erhalten, von sich aus aktiv werden – und zwar mit einem Senkungsbegehren.

Bevor ein Senkungsbegehren an den Vermieter gestellt wird, sollte der Mieter seinen Senkungsanspruch prüfen. Im Mietvertrag oder im letzten Mieterhöhungsformular ist der für die Berechnung massgebende Zinssatz aufgeführt. Die Höhe des Senkungsanspruchs hängt neben dem Referenzzinssatz auch von der Teuerung und den allenfalls für den Vermieter gestiegenen Betriebs- und Unterhaltskosten ab.

Ergibt diese Prüfung, dass ein Senkungsanspruch besteht, empfiehlt es sich, das entsprechende Senkungsbegehren mittels eines eingeschriebenen Briefs an den Vermieter zu senden. Eine allfällige Reduktion wird auf den nächstmöglichen Kündigungstermin fällig. Aufgrund dessen sollte das Begehren vor Beginn der Kündigungsfrist beim Vermieter eintreffen. Diese dauert in der Regel drei Monate.

Der Vermieter hat nach Erhalt des Begehrens 30 Tage Zeit, um Stellung zu nehmen. Bist du als Mieter mit der Antwort deines Vermieters nicht einverstanden, kannst du dich an die Schlichtungsbehörde wenden und eine Senkungsklage einreichen. Die Frist dazu beträgt 30 Tage ab Erhalt des Antwortschreibens des Vermieters.

Nimmt der Vermieter keine Stellung oder erst nach Ablauf der 30-tägigen Frist, kannst du dich ebenfalls mit einer Senkungsklage an die Schlichtungsbehörde wenden. In diesem Fall beträgt die Frist jedoch 60 Tage ab Stellung des Senkungsbegehrens.

Bei Fragen zur Berechnung des Senkungsbegehrens oder über das weitere Vorgehen bei Abweisung des Begehrens durch den Vermieter rate ich dir, dich an eine Fachperson des Mieterinnen- und Mieterverbands (MV) zu wenden.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

(phd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gusti am 07.11.2017 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Halunken

    Mein Vermieter wird nur aktiv bei einer Mieterhöhung. Bei einer Reduktion muss ich immer aktiv werden. Fair? Ich denke nicht...

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  • Glückspilz am 07.11.2017 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fairness

    Muss aber sagen, dass es auch Vermieter und Verwaltungen gibt, die von sich aus (jetzt die Mietreduktion) korrekt abrechnen und Anpassungen vornehmen!!! Ich habe das "Glück" und finde es ist so für beide Seiten eine win-win Situation!!!

  • Miete am 07.11.2017 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Das macht dann Freude.

    Und bevor man dann klagt, sollte man sich bewusst sein, dass dann das Mietverhältnis recht kompliziert werden kann. Würde ich genau dann machen, wenn ich mit der Wohnung eh nicht so zufrieden bin...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Max Bünzlig am 08.11.2017 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    Liebe Regula, vom Vermieter eine Mietzins Reduktion zu verlangen, kann eine Kündigung zur Folge haben, vermutlich

  • patrick h. am 08.11.2017 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Mieterfreundlich wählen

    Den wichtigsten Punkt hat Phil vergessen: Mieterfreundlich wählen. Vermieter und Hauseigentümerverband sind seit Jahren fest in der Hand der SVP. Da die SVP Politik betreibt, die dem Volk schadet und nicht hilft, in diesem Fall dem Miet-Volk (63% der Bevölkerung sind Mieter) sollte man verhindern als Mieter SVP zu wählen. Auch die FDP ist kein Mietfreundlicher Partner.

  • Claudia am 07.11.2017 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Genossenschaftswohnung?

    Gibt es bei Genossenschaftswohnungen besondere Bestimmungen? Bei mir ist auf dem Mietvertrag kein Referenzzinssatz aufgeführt.

    • Sparfuchs Aargau am 08.11.2017 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Claudia

      Gier scheint keine Grenzen zu kennen! Genossenschaftswohnungen sind einiges günstiger als normale Mietwohnungen unteranderem weil viele Genossenschaften von er öffentlichen Hand(Stadt, Gemeinde) unterstützt werden. Warum also sollen diese Genossenschaftswohnungen noch günstiger werden?

    • Claudia am 08.11.2017 11:45 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Gier

      Ich wollte eigentlich nur wissen, wie es bei einer Genossenschaftswohnung aussieht und ob es korrekt ist, dass kein Referenzzinssatz aufgeführt ist. Habe nicht geschrieben, dass ich eine Reduktion will...

    • patrick h. am 08.11.2017 12:42 Report Diesen Beitrag melden

      Warum? Darum!

      "Warum soll diese Wohnung günstiger werden?" Vielleicht weil es immer noch Menschen in der Schweiz gibt die sich Eure Überrissenen Mieten nicht leisten können @Sparfuchs! Euch Vermietern fehlt einfach die Empathie oder Selbstreflexion sich in die Situation dieser Menschen zu versetzen. Während ihr genüsslich zuschaut wie sich euer Geld auf dem Konto vermehrt gibt es in diesem Land tausende Menschen die jeden Rappen umdrehen müssen. Macht nur so weiter und irgendwann wird der Staat das ganze Vermieten übernehmen weil ihr in eurer Gier nie den Hals voll kriegt!

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  • Jus am 07.11.2017 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    Schwacher Mieterschutz

    Liebe Regula Geh davon aus, dass wenn dein Vermieter eine private Person ist, du damit rechnen musst dass der Vermieter dir kündigt und Eigengebrauch geltend machen kann. Die meisten Schlichtungsbehörden, wie z.B in der Innerschweiz, werden dem Vermiter recht geben. Da die Rechtsprechung in der Schweiz faktisch keinen Mieterschutz kennt, wirst du deine Wohnung verlieren können.

  • Mike H. am 07.11.2017 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenmietwert steigt, Mieten sinken

    Im Kanton Aargau wurden alle Eigenmietwerte angepasst, ich kenne keinen bei dem nach unten angepasst wurde. Wieso müssen Eigentümer mehr bezahlen und Mieter dürfen eine Reduzierung verlangen?

    • Sandra Müller am 07.11.2017 22:02 Report Diesen Beitrag melden

      Eigenmietwert

      Der Eigenmietwert ist grundsätzlich jedoch geringer als der marktübliche Mietwert. Auf Bundessteuerebene ist er bei 70%, bei den Kantonen mind. 60% des marktüblichen Mietwerts. Zusätzlich kann man noch Unterhaltskosten und Hypothekarzinsen abziehen.

    • Sparfuchs Aargau am 08.11.2017 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sandra Müller

      Liebe Sandra natürlich kann man die Unrerhaltsarbeiten von den Steuern abziehen so wirdsichergestellt, dass das Wohneigentum auch gut unterhalten wird! Eigenmietwert wie Abzug der Hypozinsen sind in meinen Augen abzuschaffen!

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