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Lieber Phil Geld

28. Oktober 2017 09:10; Akt: 28.10.2017 09:10 Print

Kann ich mich gegen zu hohe Nebenkosten wehren?

Robin (35) hat als einer von fünf Mietern mit Abstand die höchste Nebenkostenabrechnung erhalten. Kann er sich dagegen zur Wehr setzen?

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Ein festgesetzter Verteilungsschlüssel muss der Mieter grundsätzlich akzeptieren. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Ich habe die Nebenkostenabrechnung erhalten. Die Verwaltung stellt mir ein Drittel des gesamten Wasserverbrauchs im Haus in Rechnung. Die Bewohner der restlichen vier Wohnungen bezahlen hingegen viel weniger als ich. Ich bin damit nicht einverstanden, denn ich wohne allein und verbrauche bestimmt nicht so viel Wasser wie die anderen Bewohner, die teilweise auch Kinder haben. Was kann ich tun?

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Haben Sie sich schon einmal wegen zu hohen Nebenkosten gewehrt?

Lieber Robin

Mieterinnen und Mieter müssen nur jene Nebenkosten bezahlen, die rechtlich zulässig sind. Als Nebenkosten zulässig sind sogenannte Betriebskosten, die mit dem Gebrauch der Mietsache zusammenhängen (Art. 257a ff. OR). Darunter fallen beispielsweise Heizungs-, Warmwasser- sowie unter anderem Verwaltungskosten.

Gemäss dem Mieterinnen- und Mieterverband ist eine Aufteilung der Wasserkosten nach Wohnfläche üblich. Bei der Wahl des Nebenkosten-Verteilungsschlüssels kommt den Vermietern jedoch ein gewisser Ermessensspielraum zu. Einen absolut gerechten Verteilungsschlüssel gibt es daher nicht.

Neben einer Aufteilung nach der Wohnfläche ist beispielsweise eine Aufteilung nach der Anzahl der Bewohner denkbar. Zunehmend wird heutzutage auch individuell abgerechnet.

Ein vom Vermieter festgesetzter Verteilungsschlüssel hast du als Mieter gemäss dem Mieterinnen- und Mieterverband grundsätzlich zu akzeptieren. Es sei denn, dieser führt zu einem absolut stossenden Ergebnis. Ist das der Fall, sollte eine Abänderung des Verteilungsschlüssels verlangt werden können. Der Mieter hat die Nebenkostenabrechnung nach Erhalt sofort zu bestreiten.

Wurden die Nebenkosten in den vergangenen Jahren nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel aufgeteilt, ist es dem Vermieter nicht möglich, diesen plötzlich zu ändern. Eine Abänderung des vom Vermieter einst festgesetzten Verteilungsschlüssels stellt eine Vertragsänderung dar und ist nur aus wichtigen Gründen möglich. Der Vermieter darf eine Vertragsänderung einzig unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften beziehungsweise Formalitäten vornehmen. Konkret bedeutet das, dass der Vermieter eine Änderung mit einem amtlichen Formular ankündigen muss, wodurch dir als Mieter ein Anfechtungsrecht zukommt.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

(phd)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Meier am 28.10.2017 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Beratung !

    "Phil Geld" erläutert zwar die Rechtslage . Ich vermisse aber den berateneden Tipp beim Vermieter nachzufragen, nach was für einem Verteilschlüssel abgerechnet wird.

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  • Blue Angel am 28.10.2017 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zähler sind teurer

    Seit wir auf Antrag eines einzigen Besitzers im MFH Wasserzähler einbauen mussten, zählt jede Wohnungseinheit mehr Wasserkosten als zuvor. Warum? Zähler Einbau, Ablesen, Wartung, etc. kostet einiges mehr als die Quotenregelung.

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  • Werner Wenger am 28.10.2017 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnisse bedenken

    In der Regel werden solche Kosten nach einem für das ganze Haus geltenden Verteiler abgerechnet. Um den Wasserverbrauch pro Wohnung abrechnen zu Können müsste man diesen jeder einzelnen Wohnung zuordnen können. Wassermesser für jede Wohnung, Wassermesser bei den Allgemeingenutzten Räumen Waschküche, Keller, Bastelraum, Einstellhalle, Garte;???? Die Installation solcher Messeinrichtungen ist gemessen am individuellen Nutzen für jeden Mieter hovh. Die jährlich wiederkehrenden Kosten für die Ablesung der Messgeräte, der Auswertung und der individuellen Abrechnung pro Mieter ist vermutlich hoch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • leser* am 30.10.2017 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Überraschung

    Falls "Robin" tatsächlich 35 ist, wird es nicht seine erste Wohnung sein. Vor dem Unterschreiben des Mietvertrages fragt man nämlich die üblichen Themen ab. U.a. was alles über die Nebenkosten bezahlt wird, wie die Aufteilung ist, wie hoch die Kosten beim Vormieter lagen (um z.B. ein Gefühl zu erhalten, wieviel geheizt wird) ... Und ja, manche Kosten sind identisch manche niedriger oder höher, wenn anstatt einer Person in der 3.5 Zimmer Wohnung eine 4-köpfige Familie wohnt. Doch es war seine Entscheidung, in diese Wohnung zu ziehen.

  • Roland Liussi am 30.10.2017 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    Bedarf genauer definieren

    Hallo. Neben einem m2-Verteilschlüssel sollte es noch einen Faktor zur Feinabstimmung geben. Bei z.B. einer 100 m2 Wohnung mit 4 Personen sollte der m2 Anteil mit Faktor "1" multipliziert werden. Wohnen aber in einer 100 m2 Wohnung nur 2 Personen, wäre Faktor "0,5" gerecht. Wir machen das so. Zähler für so kleine Verbräuche sind Quatsch.

    • leser am 30.10.2017 10:36 Report Diesen Beitrag melden

      welcher Bedarf?

      Man kann es auch übertreiben. Bekommt eine Fam ein Kind oder zieht der Sohn aus, wird alle Berechnung unterjährig angepasst? Auch heizen 4 Personen nicht zwingend mehr/anders, als 2 in gleich grosser Wohnung, oder verbrauchen mehr vom Treppenhaus-Licht, kochen anders, profitieren von Schneeräumung usw. Komplizierter wird's bei unterjährigen Wechsel und Leerstand. Warum soll die 4-köpfige Familie anteilig mehr Wasser/Heizung/Gemeinkosten zahlen, wenn eine andere Wohnung jetzt im Nov für Neubezug saniert wird, also 0 Mieter aber Handwerker mit Wasser/Heizverbrauch?

    • Vermieter am 01.11.2017 11:54 Report Diesen Beitrag melden

      Grosse Wohnung = grosse NK

      Wer ein grosses Auto alleine fährt bekommt den Treibstoff auch nicht günstiger... Wenn der Mieter die Mietsache nicht so nutzt wie es eigentlich möglich wäre....

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  • Mieterin am 30.10.2017 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es profitieren immer die,die mehr verbrauchen

    Verteilschlüssel sind unfair.Ich habe 9Jahre alleine in einer 2.5Zi-Wgh.60Quadratmeter gewohnt.Unter mir eine 5köpfige Familie auf doppelstöckigen 200Quadratmetern.Ich habe 33Prozent der Wasser und Heizkosten bezahlt.Bodenheizung war bei mir nur in sehr kalten Wintern eingestellt,da von unten mein Wgh genügend gewärmt wurde.Als die Familie auszog und ein Paar einzog machte sich das auch bei meinen halbierten Wasserkosten erfreulich bemerkbar.Nach drei Jahren und 2Kindern Nachwuchs war ich wieder auf altem Kostenniveau.Finds eine Frechheit anderen ihr Wasserkonsum mitfinanzieren zu müssen.

    • leser am 30.10.2017 10:42 Report Diesen Beitrag melden

      allein in Whg aber nicht Haus Strasse ..

      Liebe Mieterin, Sie haben also auch von der Wärme der Unter- oder Nebenmieter profitiert. Oder? Auch als Alleinmieter der Wohnung ist es doch immer eine Mietergemeinschaft mit gemeinsamer Treppenhaus-Beleuchtung, Müllentsorgung, Eingangsbereich, Schneeberäumung usw.

    • Antwort am 30.10.2017 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @leser

      Mein Beitrag bezieht sich aufs Wasser und nicht auf die anderen Nebenkosten.Verteilschlüssel werden dem effektiven Wasserverbrauch von 1 oder mehreren Personen welche in einem Haus wohnen einfach nicht gerecht.Ob es die fünfköpfige Familie ist die täglich duscht/badet oder der Single,der 3mal täglich duscht spielt dabei keine Rolle.Einzig zählt was auf dem Zähler steht,wenn dann auch einer vorhanden ist und die Verwaltung nicht bequemlichkeits halber einen Verteilschlüssel anwendet.Zähler sollten vorschriftsmässig standartisiert werden.

    • auchLeser am 30.10.2017 13:30 Report Diesen Beitrag melden

      Wasser hin oder her

      Ich kann "leser" verstehen. "Mieterin" findet die Verrechnung des Wassers ungerecht, der Erdgeschossler die Kosten für den Lift, der Velofahrer die Stromkosten für die Tiefgarage, der Kaltduscher die Heizkosten. Wie "leser" in der Überschrift sagt, man lebt gemeinsam in diesem Haus. Bei manchen Dingen kann man die Kosten verursachergerecht aufteilen, bei anderen ist der Aufwand einfach unverhältnismässig (CHF für die Messgeräte, Unterhalt, Ablesung). Oder die Hausgemeinschaft steht im Vordergrund (z.B. bei Gartenpflege) egal ob's der einzelne Mieter nutzt.

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  • Chris am 29.10.2017 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wasserzähler

    Und wieso werden nur teure Installationen von Zählern angeboten? Ein intelligentes System misst das und schickt die Daten an eine zentrale Stelle. Von wegen Zähler und ablesen... Stone(d)ageland

  • Rolf am 29.10.2017 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nebenkosten

    Hatte vor Jahren eine Mieterin in 2.5 Zi-Wg die hat allein mehr Heizkosten und Wasserkosten verursacht als eine 5 Köpfige Familie in einer 4.5 Zi-Wg. wurde alles über Zähler abgerechnet. das Nutzerverhalten spielt halt eine grosse Rolle.

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