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Lieber Phil Geld

06. Juni 2017 11:33; Akt: 06.06.2017 11:33 Print

Was gilt es beim Homeoffice zu beachten?

Valentinas (44) Chef hat ihr angeboten, von zu Hause aus zu arbeiten. Worauf muss sie achten?

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Flexible Arbeitszeitmodelle wie Homeoffice sind auf dem Vormarsch. (Bild: Colourbox.de)

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Lieber Phil Geld
Ich bin zu 100 Prozent angestellt. Mein Chef hat mir neulich angeboten, von zu Hause aus zu arbeiten, also Homeoffice zu machen. Nun stellt sich für mich die Frage, an wie vielen Tagen. Was gibt es dabei zu beachten? Muss ich dazu einen neuen Arbeitsvertrag mit dem Chef aushandeln?

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Liebe Valentina
Die Einführung flexibler Arbeitsplatzmodelle wie dem Homeoffice kommt immer häufiger vor und erfreut sich meist grosser Beliebtheit. Um Rechtsunsicherheiten zu verhindern, ist es ratsam, einige Punkte vertraglich zu regeln. Denn nur so kann das Arbeitsmodell HomeoOffice zu einer Win-win-Situation führen.

Zuallererst sollte einmal eine grundsätzliche Frage geklärt werden, und zwar, ob die Aufgaben, die von dem Arbeitnehmer von zu Hause aus verrichtet werden sollen, auch tatsächlich für Homeoffice geeignet sind beziehungsweise ob der Arbeitnehmer zu Hause die nötige Ruhe und den Platz hat, um seine Arbeit zu erledigen. In einem weiteren Schritt sollte festgehalten werden, in welchem Umfang von zu Hause aus gearbeitet werden soll und ob der Arbeitnehmer zur Erledigung der Arbeit über die technischen Notwendigkeiten, sprich die Arbeitsmittel verfügt.

Das Vereinbaren von fixen Tagen, an denen der Arbeitnehmer im Homeoffice arbeiten soll, erhöht die Planbarkeit für beide Seiten und im Endeffekt für das gesamte Team. Grundsätzlich empfiehlt es sich, trotz Homeoffice noch einige Tage im Betrieb anwesend zu sein, denn eine längere Abwesenheit birgt meist auch Nachteile.

Ist nichts anderes verabredet oder üblich, so hat gemäss Art. 327 OR der Arbeitgeber dem Angestellten die benötigten Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Stellt der Angestellte im Einverständnis mit dem Arbeitgeber eigene Arbeitsmittel zur Verfügung, ist er dafür angemessen zu entschädigen.

Abzugrenzen vom sogenannten Kostenersatz für Arbeitsmittel ist der sogenannte Auslagenersatz. Macht der Anteil der Arbeit von zu Hause einen wesentlichen Anteil aus, so ist neben dem Ersatz eigener Arbeitsmittel auch eine Entschädigung für die notwendigen Räumlichkeiten zu entrichten.

Auch bei Homeoffice ist der Arbeitgeber zur Arbeitszeiterfassung verpflichtet. Da eine unmittelbare Kontrolle beziehungsweise Zeiterfassung durch den Arbeitgeber bei Homeoffice jedoch nicht möglich ist, muss diese Aufgabe dem Arbeitnehmer übertragen werden. Wie die Erfassung der Arbeitszeit erfolgen soll, sollte daher ebenfalls schriftlich festgehalten werden. Ferner hat der Arbeitgeber weiterhin für den Schutz der Gesundheit seines Arbeitnehmers zu sorgen. Auch wenn sich der Arbeitnehmer seine Arbeit zu Hause flexibel einteilen kann, müssen die Vorschriften, insbesondere jene bezüglich Arbeits- und Ruhezeit, eingehalten werden. In diesem Kontext ist auch die Leistung von Überstunden zu regeln.

Homeoffice verlangt auf der einen Seite ein hohes Mass an Motivation und Eigendisziplin des Arbeitnehmers und auf der anderen Seite Vertrauen des Arbeitgebers gegenüber seinem Arbeitnehmer. Aufgrund dessen empfiehlt es sich besonders, schriftliche Regelungen zu treffen.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sbu am 06.06.2017 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Also ich arbeite seit Jahren im Home Office. Ich habe viel zu tun und die Zeit anders zu verbringen liegt bei mir jedenfalls nicht drin. Mein Vorteil ist, dass ich am Morgen sehr früh oder noch spät Abends arbeiten kann und im Sommer so der Hitze entfliehen kann. Ich arbeite stundenmässig eher mehr als vorher im Büro. Da ich eine Arbeit immer fertig mache und keine Zeit für den Arbeitsweg aufwenden muss. Mein Mann ist Hausmann und so kann ich mich immer an den gedeckten Tisch setzen und muss mich nicht ums Kochen, Einkaufen etc kümmern. Wir geniessen es so.

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  • Marcel E. am 07.06.2017 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Viele Neider

    Die, die keine Ahnung von HomeOffice haben bzw. wohl nicht dürfen, schreien am lautesten. Ich bin froh, bin ich ein Tag weg vom Lärm im Grossraumbüro. Und die Zahlen sprechen für sich; Zuhause bin ich viel produktiver, bearbeite mehr Mails und habe mehr Anrufe, als im Büro. Habe die Zahlen erst vor kurzem mit dem Chef angeschaut. Der war beeindruckt.

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  • Mickael am 07.06.2017 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Man muss der Mensch dafür sein..

    Homeoffice ist eigentlich eine sehr gute Sache, sofern man als Person das Zeug dazu hat. Da man zu Hause ist, sind Ablenkungen oft nicht weit weg. Daher braucht es sehr viel Disziplin um konzentriert zu arbeiten. Es empfiehlt sich zu Hause einen office space einzurichten, quasi ein eigenes Zimmer oder zumindest einen Bereich der nur fürs Arbeiten ist und ein "Büro" wiederspiegelt. Weiters muss dafür gesorgt sein dass die Ablenkungen klein sind (Kinder und Partner sind beschäftigt). Ich persönlich geniesse Homeoffice sehr.

Die neusten Leser-Kommentare

  • 1 Tag Pro Woche am 07.06.2017 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeiterfassung

    Die Zeit erfasst man immer selber. Im Homeoffice geht das auch, online im SAP.

  • Maeti am 07.06.2017 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Frau arbeitet und Mann mit Kindern

    Frauen gehen arbeiten und Männer machen Home Office. So sieht es doch auf. Gratis Kinder Aufsicht und erst noch bezahlt.

    • Telekömmler am 07.06.2017 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Maeti

      Beim Staat ist es lustigerweise genau umgekehrt. Da sieht man die teilzeitangestellten Mamis selten bis gar nie im Büro. Anrufe gehen immer nur auf die Combox.

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  • Mickael am 07.06.2017 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Man muss der Mensch dafür sein..

    Homeoffice ist eigentlich eine sehr gute Sache, sofern man als Person das Zeug dazu hat. Da man zu Hause ist, sind Ablenkungen oft nicht weit weg. Daher braucht es sehr viel Disziplin um konzentriert zu arbeiten. Es empfiehlt sich zu Hause einen office space einzurichten, quasi ein eigenes Zimmer oder zumindest einen Bereich der nur fürs Arbeiten ist und ein "Büro" wiederspiegelt. Weiters muss dafür gesorgt sein dass die Ablenkungen klein sind (Kinder und Partner sind beschäftigt). Ich persönlich geniesse Homeoffice sehr.

  • Marcel E. am 07.06.2017 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Viele Neider

    Die, die keine Ahnung von HomeOffice haben bzw. wohl nicht dürfen, schreien am lautesten. Ich bin froh, bin ich ein Tag weg vom Lärm im Grossraumbüro. Und die Zahlen sprechen für sich; Zuhause bin ich viel produktiver, bearbeite mehr Mails und habe mehr Anrufe, als im Büro. Habe die Zahlen erst vor kurzem mit dem Chef angeschaut. Der war beeindruckt.

    • MArtin am 07.06.2017 10:38 Report Diesen Beitrag melden

      @Marcel E.

      Ist nur die Frage warum? Kein Stress auf dem Arbeitsweg. Keine Ablenkung. Kein Geplauder. Kein Chef der einem auf die Finger schaut. Kein Stress auf dem Nach-Hause weg. Sind alles Dinge die die Motivation senken. Ich bin leider nicht im Home-Office - So wie die Firma hier aber auch aufgebaut ist, ist dies garnicht möglich oder nur schwierig zu realisieren.

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  • Gregor Fröhlich am 07.06.2017 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    max 2 Tage

    sind im HomeOffice sinnvoll. Danach leidet die Produktivität.

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