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Lieber Phil Geld

11. April 2017 09:40; Akt: 11.04.2017 09:40 Print

Vorstellungsgespräch – was muss ich preisgeben?

Leonie (45) ist auf Stellensuche, also stehen ihr Vorstellungsgespräche bevor. Was muss sie dabei alles von sich offenbaren?

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Bewerberinnen und Bewerber müssen sich nicht alle Fragen gefallen lassen. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Ich bin momentan auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, weshalb zahlreiche Vorstellungsgespräche auf mich zukommen. Ich frage mich, welche Informationen ich dem möglichen zukünftigen Arbeitgeber preisgeben muss. Muss ich persönliche Detailfragen beantworten? Wie sieht es aus bei Fragen zu meinem Gesundheitszustand?

Umfrage
Wie reagieren Sie auf unzulässige Fragen beim Vorstellungsgespräch?
54 %
28 %
18 %
Insgesamt 483 Teilnehmer

Liebe Leonie

Arbeitgeber versuchen beim Vorstellungsgespräch möglichst viele Dinge über ihren potenziellen Mitarbeiter in Erfahrung zu bringen. Das ist per se nicht verboten. Schliesslich müssen sie herausfinden, ob die Bewerberin oder der Bewerber die richtige Person für die freie Stelle ist und ob sie/er überhaupt ins Team beziehungsweise in die Firma passt.

Bewerberinnen und Bewerber müssen allerdings nicht alle Fragen, die ihnen gestellt werden, beantworten. Grundsätzlich sind nur diejenigen Fragen zu beantworten, die direkt mit der Eignung für die offene Stelle im Zusammenhang stehen. Fragen nach der Ausbildung, der bisherigen beruflichen Erfahrung sowie nach den beruflichen Zielen sind dabei ebenso legitim wie Fragen nach allfälligen Weiterbildungsplänen und der fachlichen Qualifikation. Fragen ohne direkten Zusammenhang mit der persönlichen oder fachlichen Qualifikation hingegen sind nicht erlaubt. Dazu gehören etwa Fragen zur Religionszugehörigkeit oder zur politischen Einstellung, zum Zivilstand, zur Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft oder einem Verein oder zum allgemeinen Gesundheitszustand. Solche Fragen haben grundsätzlich nichts mit der Qualifikation für eine Stelle zu tun. Allerdings gibt es Ausnahmen: In Betrieben mit speziellen Ausrichtungen muss man sich solche Fragen unter Umständen gefallen lassen. So ist beispielsweise die Frage zum allgemeinen Gesundheitszustand prinzipiell nicht erlaubt. Leidet jedoch eine Bewerberin oder ein Bewerber unter gesundheitlichen Problemen oder Krankheiten, die sich allenfalls auf die Arbeit auswirken können, muss sie oder er das offenlegen.

Bewerberinnen oder Bewerber, die mit unzulässigen Fragen konfrontiert werden, müssen diese nicht beantworten. Gemäss dem Bundesgericht dürfen sie sogar auf das Notwehrrecht zurückgreifen, ausnahmsweise zu lügen (Bundesgerichtsurteil vom 2. Juli 1996). Schliesslich hat der Arbeitgeber durch seine unerlaubte Frage die Lüge geradezu provoziert. Nachteile dürfen dem Bewerber durch das nicht wahrheitsgetreue Beantworten von Fragen nicht entstehen. Wer nicht lügen möchte, sollte unzulässigen Fragen diplomatisch ausweichen oder die Antwort generell halten.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Clown am 11.04.2017 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    während dem Interview

    Firma; "Was würden Ihre Freunde über Sie sagen, wo Ihre Schwächen sind. Ich; Ich habe keine. Firma; "Ach kommen Sie, alle haben schwächen". Ich; "Ja, aber ich habe keine Freunde" :)

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  • S.G. am 11.04.2017 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Auf alles gefasst sein...

    Bei mir fragte der Inhaber der Firma zuletzt noch "Ich kenne viele Leute, wenn Sie noch eine Leiche irgendwo begraben haben, dann sprechen Sie am Besten jetzt darüber", darauf meinte ich "So viele Leute wie ich kenne, kenne ich bestimmt der eine od. andere der dabei war, als Ihre Leichen begraben wurden". Ich bekam den Job weil er die Antwort und vor allem die Tatsache mochte, dass ich nicht aus der Ruhe gekomemn bin.

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  • Enija am 11.04.2017 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder?

    Ich 21 wurde bei den letzten 2von3 Vostellungsgesprächen gefragt wies mit meinen Nachwuchsplänen/dem Kinderkriegen aussehe. Soviel zu man dürfe diese Fragen nicht gestellt bekommen. Tja.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bella am 12.04.2017 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    ich finds lustig

    Mädels werden (oft) gefragt wie es den mit Familie, Kindern etc. aussieht. Da ich (selber Mädel) nie Familie und Kinder möchte, beantworte ich die Frage auch entsprechend und habe keine Mühe damit. Ich finds lustig, wenn man mich das Fragt, weil meine Antwort für das Gegenüber meist sehr unerwartet ist. Hihi...

    • @bella am 12.04.2017 13:57 Report Diesen Beitrag melden

      "ich bin unfruchtbar"

      würde sie wohl auch zum überlegen bringen, bevor sie zum nächstenmal den Mund aufmachen.

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  • Rick am 11.04.2017 22:10 Report Diesen Beitrag melden

    Einfache Sache

    Wer den Job will, der muss heute gegenüber dem potentiellen Arbeitgeber ALLES preis- und hergeben! Wer das nicht will, der braucht erst gar nicht zum Bewerbungsgespräch gehen!

    • LifeGuy am 12.04.2017 09:43 Report Diesen Beitrag melden

      Quatsch mit Sauce

      Ich muss nur preisgeben, was für die Arbeit relevant ist, alles andere geht niemanden etwas an. Das hat auch ein potenzieller Arbeitgeber zu respektieren. Aber wer natürlich sein ganzes Leben auf Facebook, Twitter und Instagram teilen muss, geht freiwillig das Risiko ein, dass man alles über ihn herausfindet. Selber Schuld. Darum sage ich: I don't twitter, I don't facebook, I don't instagram - I have a Life!

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  • manuela am 11.04.2017 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    die schlimmste frage!

    ich wurde mal gefragt, ob ich (damals 24!) den nicht mal bald kinder haben möchte. meine uhr würde sicher schon ticken.. unverschämtheit!!

    • Frau am 12.04.2017 16:34 Report Diesen Beitrag melden

      Ganz einfach

      Bei dieser Frage darf man gerne lügen (ausser es ist für den Job relevant, z.B. Sportlehrerin oder so).

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  • Poodel am 11.04.2017 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Theorie...

    Wenn man eine Frage nicht beantworte, hat man bereits eine 2 auf dem Rücken. Und Frage nach Schwangerschaft ist völlig legal, schliesslich will der Arbeitgeber wissen, ob es kurzfristige Ausfälle gibt...

    • @Poodel am 11.04.2017 16:25 Report Diesen Beitrag melden

      "Der Arbeitgeber will wissen"

      begründet noch lange keine Legalität.

    • Heinz Maier am 11.04.2017 17:46 Report Diesen Beitrag melden

      @ @Poodel

      natürlich ist fragen legal. genauso legal wie wenn sie die antwort verweigern :-). eigentlich ist diese diskussion sinnlos.

    • Werner am 11.04.2017 22:14 Report Diesen Beitrag melden

      @Heinz Maier

      Fragen ist legal? Hhmmm?! Dann dürfte ich eine Bewerberin sogar danach fragen, ob sie den mit mir ins Bett gehen würde?!

    • HR Fachfrau am 12.04.2017 00:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Poodel

      äh, nope... die frage nach schwangerschaft und nachwuchsplänen ist nicht erlaubt. vielleicht sich zuerst schlau machen, dann was schreiben...

    • paul am 12.04.2017 01:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werner

      Ja, dürfen Sie. Nur über die vermutlich folgende Klage dürfen Sie sich nicht wundern.

    • Elsa am 12.04.2017 16:34 Report Diesen Beitrag melden

      Ganz einfach

      Warum wollen alle die Antwort verweigern? Wenn der Arbeitgeber eine unerlaubte Frage stellt kann man ihn auch anlügen.

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  • Nachfragen am 11.04.2017 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Wenns zu nörgelig wird

    freundlich "Was hat diese Information mit der Arbeitsstelle zu tun" fragen - entweder liefert der Interviewer eine gute Antwort und zeigt, dass er sich auskennt, nicht nur rumbohrt und eure Antwort für ihn tatsächlich von relevanter Bedeutung ist, oder dass er gut kontern kann und damit ein möglicherweise interessanter Arbeitgeber ist. Wer darauf keine Antwort weiss, gar aggressiv wird oder ein "ach interessiert mich einfach" liefert, soll keine Antwort kriegen - auch ihr werdet im Berufsalltag eure Handlungen vor dem Chef gescheit begründen müssen. Auch Rückgrat zeigen kann positiv sein!

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