Ex-Doppelagent

10. November 2017 17:41; Akt: 10.11.2017 17:47 Print

Russische Spione müssen die Welt retten

George Blake, ein ehemaliger britischer Spion, der als Doppelagent für die Sowjetunion arbeitete, hat die russischen Spione zu einem Kampf des Guten gegen das Böse aufgerufen.

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Wird am Sonntag 95 Jahre alt: George Blake in einer Aufnahme vom 15. November 2006. (Bild: Keystone)

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Laut dem ehemaligen britischen Doppelagenten George Blake hätten russische Geheimagenten die schwierige und entscheidende Aufgabe, «die Welt zu einer Zeit zu retten, in der die Gefahr von Atomkrieg und einer resultierenden Selbstzerstörung der Menschheit von verantwortungslosen Politikern wieder auf die Agenda gesetzt wurde», berichteten russische Nachrichtenagenturen am Freitag unter Berufung auf ein vom Auslandsgeheimdienst SWR veröffentlichtes Statement. Auch habe der Terrorismus blutige Spuren an vielen Ecken der Welt hinterlassen.

Blake, der am Samstag 95 wird, lebt in Russland, seit er 1966 aus einem britischen Gefängnis entwischte. Er fing während des Zweiten Weltkriegs an, für den britischen Geheimdienst zu arbeiten. Als 1950 der Koreakrieg ausbrach, wurde er dorthin entsandt und wurde vom sozialistischen Norden entführt. Nach eigenen Angaben entschied er sich, für die Sowjetunion zu spionieren, nachdem er gesehen habe, dass die USA Nordkorea gnadenlos bombardiert hätten.

Flucht nach Ostberlin

«Ich erkannte damals, dass solche Konflikte eine tödliche Gefahr für die gesamte Menschheit sind und fällte die wichtigste Entscheidung meines Lebens – freiwillig und kostenlos mit dem sowjetischen Geheimdienst zusammenzuarbeiten, um zu helfen, den Frieden in der Welt zu schützen», hiess es in Blakes Kommentar vom Freitag.

Als Doppelagent hatte Blake einige der begehrtesten britischen Geheimnisse an die Sowjetunion verraten, darunter einen westlichen Plan zur Abhörung sowjetischer Kommunikation mithilfe eines unterirdischen Tunnels nach Ostberlin.

Ein polnischer Überläufer enttarnte Blake 1961. Er wurde zu 42 Jahren Haft verurteilt, flüchtete aber nach Ostberlin. Der SWR sagte am Freitag, dass Blake nicht für ein Interview zur Verfügung stehe.

(nag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 10.11.2017 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da sind die Russen im Vorteil.

    gegenüber amerikanischen Spionen. Die Russen haben noch keine Atombomben geworfen und damit über 250 000 Zivilbevölkerung getötet.

    einklappen einklappen
  • Beltran Leyva am 10.11.2017 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    Läuft doch alles nach Plan...

    also wenn man davon ausgehen kann das die superreichen die welt kontrollieren,das kriege enorm viel profit für eine Handvoll leute abwerfen(die "richtigen" leute)egal woher sie kommen,dann ist das stark zu bezweifeln das irgendjemand daran interessiert ist,den Weltfrieden anzustreben...

  • Schweizer am 11.11.2017 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Russland hält die Ordnung

    Nach dem 2.WK haben sie - im Gegensatz zu den USA - Europa freiwillig verlassen. Russland ist auch die einzige Grossmacht, die sich ans Völkerrecht hält. Und sie haben den IS ausgeschaltet. Trotzdem werden sie vom Westen immer angefeindet... Danke RU!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gruss aus Bern am 12.11.2017 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau, darauf hat die Welt gewartet,

    nachdem das 1917 in Russland gestartete Experiment vor gut einem viertel Jahrhundert sang- und klanglos ausgelaufen ist und nichts als eine zerstörte Umwelt, total veraltete Produktionsanlagen weit verbreitete Armut und Millionen von Regime-Opfern hinterlassen hat. Da capo 2017? Nein danke, null Interesse!

  • Mirror am 12.11.2017 06:14 Report Diesen Beitrag melden

    Truedat

    Witzig jammern alle rum, aber vergesst nicht das es ja die bürgerlichen/Rechten sind, die das ganze System am Leben erhalten. Und da die Schweiz nunmal sehr stark rechts ist, von Gemeinderegierungen bis Bundesebene, wird auch keine Besserung zu erwarten sein. FunFact: Leute unterstützen die Politiker, welche mit Ängsten die Leute abholen um ihnen das zu geben was sie wollen: Geld, Macht. Aber immer den anderen dann die Schuld geben. Ist nur krass, die Selbstverblendung. Attributionsfehler und Bestätigungsfehler en masse...

  • Anony Mouse am 12.11.2017 00:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuviel 007 gesehen?

    Spione sind nichts weiter als die Handlanger genau solcher verantwortungslosen Politiker, egal von welchem Land.

  • Schweizer am 11.11.2017 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Russland hält die Ordnung

    Nach dem 2.WK haben sie - im Gegensatz zu den USA - Europa freiwillig verlassen. Russland ist auch die einzige Grossmacht, die sich ans Völkerrecht hält. Und sie haben den IS ausgeschaltet. Trotzdem werden sie vom Westen immer angefeindet... Danke RU!

  • EMM am 11.11.2017 21:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Letztendlich

    Kann keiner die Welt retten, weil das im Machtkampf enden wird. Die eine seite will den Imperialismus anstreben, was den anderen Akteur, auf seine Macht nicht verzichten kann, weil das ein grosser Verlust wäre. Jeder Kämpft, aus eigener überzeugung das richtige zu tun, und andere wiederum Vermittelt Pseudowerte, um seine Ziele zu erreichen. Wenn aber die Lüge, oft als Mittel zum zweck Verwendet wird, dann muss man sich nicht Wundern, wenn es solche Überläufer gibt, denn sie schaden letztendlich, seine Souveränität und seine Glaubwürdigkeit. Da helfen selbst die Schweigepflicht herzlich wenig, wenn man die Mitarbeiter wie Schachfiguren behandelt, um seine eigen Ziele zu erreichen. Der Aufruf dass Russische Spione die Welt retten soll, hört für mich so eher an, als würde man Verlangen, jeden einzelne Akteur, auf der ganzen Welt aus dem weg zu räumen, oder darauf Einfluss zu nehmen. Was ich wohl eher, für Propaganda halte, um seine gegner zu beunruhigen. Ob das wohl geklappt hat?