Skandal in Berlin

09. November 2017 15:51; Akt: 09.11.2017 15:51 Print

Polizei-Praktikantin stiehlt geheime Fotos

Eine Berliner Polizei-Praktikantin arabischer Herkunft leitet vertrauliche Unterlagen weiter, darunter Fahndungsbilder arabischer Verdächtiger.

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Der Skandal um die Unterwanderung von Ausbildungsstätten der Berliner Polizei durch kriminelle arabische Grossfamilien weitet sich laut «B.Z.» aus. Eine Studentin der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR), die ein Praktikum bei der Polizei im Stadtteil Schöneberg absolvierte, hat heimlich vertrauliche Unterlagen abfotografiert und per Whatsapp verbreitet. Laut Polizei handelte es sich um Fahndungsfotos aus dem Intranet und um einen polizeiinternen Warnhinweis.

Die 20-Jährige, die gemäss «B.Z.» selber einen arabischen Migrationshintergrund hat, soll am 20. Oktober in einem unbeobachteten Moment an Fahndungsbilder von Mitgliedern einer arabischen Grossfamilie gekommen sein. An wen sie die Aufnahmen über Whatsapp verschickte, ist demnach noch unklar. Polizeibeamte bemerkten das Vorgehen der Praktikantin und setzten sie fest. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen.

Politik ist besorgt

Die junge Frau soll auf eigenen Wunsch auf der entsprechenden Polizeidienststelle untergekommen sein. Sie belegt dem «Spiegel» zufolge an der HWR den Studiengang «Öffentliche Verwaltung». Laut einer Polizeisprecherin ist sie keine Polizeischülerin, sondern schlägt die Verwaltungslaufbahn ein. Ihr Praktikum musste die Studentin abbrechen.

Die Schlagzeilen um die Missstände in der Polizisten-Ausbildung beschäftigen inzwischen auch die Politik der deutschen Hauptstadt. Am Mittwoch kam der Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses zu einer Sondersitzung zusammen. Darin ging es gemäss «Tagesspiegel» unter anderem um die Aufarbeitung der Vorwürfe, wonach angehende Polizisten Kontakte ins kriminelle Milieu haben sollen.

Drogen, Pornos, Betrug

Während CDU-Politiker Burkard Dregger betonte, dass es sich nicht um Einzelfälle handele, wies der Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt diese Darstellung zurück. Es treffe ausserdem auch nicht zu, dass Angehörige arabischer Grossfamilien Schüler der Polizeiakademie seien. Es habe zwar Bewerbungen gegeben, diese seien aber nicht erfolgreich gewesen.

Im medialen Rampenlicht stand die Berliner Polizeiakademie in den vergangenen Monaten und Wochen auch, weil ein Schüler in einem Pornofilm mitspielte, weil zwei Schüler Drogen verkauft haben sollen und ein Polizei-Ausbildner sich über die Gewalttätigkeit und Faulheit von Polizeischülern mit Migrationshintergrund beklagte. Zudem berichtete der Sender RBB am Dienstag, dass angehende Kommissare an der HWR bei Prüfungen betrogen haben sollen.

(mlr)