Grossbritannien

08. November 2017 21:48; Akt: 08.11.2017 22:27 Print

May verliert zwei Minister in einer Woche

Wegen nicht abgesprochener Treffen mit Israel tritt Ministerin Priti Patel aus dem britischen Kabinett zurück. Kurz davor nahm Verteidigungsminister Fallon den Hut.

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Die britische Premierministerin Theresa May hat binnen einer Woche ein zweites Kabinettsmitglied verloren: Die Ministerin für Internationale Entwicklung, Priti Patel, trat am Mittwoch wegen einer Reihe nicht abgesprochener Treffen mit politischen Vertretern in Israel zurück.

In einem Brief an May entschuldigte Patel sich für ihr Verhalten, wie die britische Regierung mitteilte. Verteidigungsminister Michael Fallon hatte vergangene Woche nach Vorwürfen sexueller Belästigung sein Amt niedergelegt.

Patel hatte sich am Montag dafür entschuldigt, während eines privaten Urlaubs in Israel im August insgesamt zwölf Treffen mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu und weiteren Politikern abgehalten zu haben, ohne dass die britische Premierministerin davon Kenntnis hatte. Bis auf ein Treffen wurde Patel dabei vom Ehrenpräsidenten der Lobbygruppe Conservative Friends of Israel, Stuart Polak, begleitet. May mahnte Patel öffentlich ab, enthob sie aber nicht ihres Amtes.

Finanzierung israelischer Armee

Der britischen Nachrichtenagentur Press Association zufolge verschwieg Patel allerdings zwei weitere Treffen im September mit dem israelischen Minister für innere Sicherheit, Gilad Erdan, und dem Generaldirektor des israelischen Aussenministeriums, Juval Rotem.

Nach Angaben der britischen Regierung gab Patel an, sie habe bei den Treffen die Möglichkeit britischer Hilfen für die medizinische Versorgung syrischer Flüchtlinge auf den von Israel besetzten Golanhöhen diskutiert. Medienberichten zufolge erklärte sie aber nicht, dass dies auch eine Finanzierung der israelischen Armee beinhalten würde, welche die Versorgung der Flüchtlinge ermöglicht.

Die offizielle britische Haltung ist, dass eine Finanzierung der israelischen Streitkräfte im Golan «unangemessen» ist, da der Golan als besetztes Gebiet angesehen wird, wie ein Minister am Dienstag im Parlament sagte. Mehrere britische Mitglieder von Mays Minderheitsregierung stehen derzeit unter Beschuss, darunter Mays Stellvertreter Damian Green und Aussenhandels-Staatssekretär Mark Garnier – beide unter anderem wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung.

(afp)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Steuerzahler am 09.11.2017 00:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild GB

    Rücktritte würden der Schweiz auch mal gut tun.

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  • Tom Müller am 09.11.2017 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    ambivalent

    Verstehe beide! Dass man mit Israel nicht zusammenarbeiten will, aber nach dem Brexit halt muss. Deren Freundschaft kostet halt was.

  • bebbeli am 09.11.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Minister

    Das wird noch recht lustig in England. Sitzwechsel auf allen Ebenen. Minister hier oder schon weg vom Fenster. Stabilität ist anders. Bin gespannt wie es weiter geht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gruss aus Bern am 09.11.2017 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Sorge, an Nachschub

    für die Besetzung von Ministerposten, egal welcher politischen Couleur, mangelt es nie, weder in GB noch sonstwo in der Welt, dafür sind diese Jobs einfach zu gut bezahlt :)

  • BZ am 09.11.2017 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    populismus pur

    was soll man da noch sagen, grosse klappe von may vor brexit und nun wie zu erwarten keine Unterstützung, keine Supporter und nach wie vor kein plan für den nächsten Schritt.

  • L T am 09.11.2017 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll diese Meldung bezwecken ?

    Na und, wo ist das Problem?

  • bebbeli am 09.11.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Minister

    Das wird noch recht lustig in England. Sitzwechsel auf allen Ebenen. Minister hier oder schon weg vom Fenster. Stabilität ist anders. Bin gespannt wie es weiter geht.

    • patrick h. am 09.11.2017 12:06 Report Diesen Beitrag melden

      Werbesätze

      Jeder kann wählen zwischen "Strong and Stable" oder "Weak and Wobbly".

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  • Tom Müller am 09.11.2017 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    ambivalent

    Verstehe beide! Dass man mit Israel nicht zusammenarbeiten will, aber nach dem Brexit halt muss. Deren Freundschaft kostet halt was.