Virginia, New Jersey und New York

08. November 2017 08:05; Akt: 08.11.2017 09:53 Print

Demokraten triumphieren über Trumps Kandidaten

Nicht nur Bürgermeister de Blasio ist in New York wiedergewählt worden. Auch bei den Gouverneurswahlen in Virginia und New Jersey sahnen die Demokraten ab.

Bildstrecke im Grossformat »

Fehler gesehen?

Der demokratische Bürgermeister von New York, Bill de Blasio, hat sich eine zweite Amtszeit gesichert. Mit deutlichem Abstand setzte er sich am Dienstag laut vorläufigen Ergebnissen gegen die republikanische Kandidatin Nicole Malliotakis und mehrere Kandidaten von Drittparteien durch. Auch bei den Gouverneurswahlen in New Jersey und Virginia siegten demokratische Kandidaten. Die Abstimmungen galten als Stimmungstest für US-Präsident Donald Trump.

Die Sieger der Wahlergebnisse vom Dienstag sahen in ihren Gewinnen denn auch eine weitreichende Botschaft. «Virginia hat uns gesagt, die Entzweiung zu beenden – dass wir Hass und Engstirnigkeit nicht dulden», sagte Ralph Northam, der künftige Gouverneur von Virginia. In dem hart umkämpften Rennen hatte er seinen republikanischen Rivalen Ed Gillespie hinter sich gelassen. «Die Tage der Spaltung sind vorbei. Wir werden nach vorne blicken», sagte auch der Sieger in New Jersey, der Demokrat Phil Murphy.

Mehrheit der Republikaner in Gefahr

Gerade die Abstimmungen in den zwei US-Staaten waren wegen der im kommenden Jahr anstehenden Zwischenwahlen im Kongress von Bedeutung. Die Republikaner wollen ihre Mehrheiten in beiden Kongresskammern behalten. Die Demokraten hingegen setzen darauf, Sitze zurückzugewinnen, falls sich unter den Wahlberechtigten weiterer Unmut über die US-Regierung breit macht.

Zumindest im Repräsentantenhaus in Virginia schien diese Taktik am Dienstag bereits aufzugehen: Die Demokraten gewannen dort mindestens 13 von 17 nötigen Sitzen zurück, um den Republikanern erstmals seit zwei Jahrzehnten die Mehrheit in der Kammer zu entreissen. Ein Newcomer unter den Politikern in dem Staat wird Danica Roem sein, die erste offen als Transgender lebende Politikerin in Virginia.

Kritik an Trump zahlt sich aus

In New York hatte sich auch de Blasio als starker Kritiker Trumps etabliert. Er versprach, sich im Falle einer zweiten Amtszeit weiter für die Einwanderer in der Stadt und andere Minderheiten stark zu machen – gegen die Agenda des Präsidenten. Zudem kündigte er an, mehr Geld in Bildung und erschwingliche Wohnungen zu stecken.

Die erste Amtszeit des 56-Jährigen wurde zum Teil von Kämpfen mit dem demokratischen Gouverneur Andrew Cuomo und Ermittlungen zu Wahlkampfspenden überschattet. Nach seinem Wahlsieg äusserte er sich dankbar für eine weitere Chance. «Wir fangen gerade erst an», twitterte er mit Blick auf seine politischen Ziele, die als progressiv gelten. New York gilt als politisch links stehend, das Verhältnis von Demokraten und Republikanern liegt bei sechs zu eins.

Auf Asienreise in Südkorea reagierte Trump zunächst auf die Wahlen in Virginia. Mit Blick auf die Niederlage seiner Partei sagte er, Kandidat Gillespie hätte sich mehr an ihm orientieren müssen. «Ed Gillespie hat hart gearbeitet, aber nicht das angenommen, wofür ich stehe.» Danach erinnerte er daran, dass seine Partei vier von vier Sitzen im US-Repräsentantenhaus wiedergewonnen habe, seit er im Amt sei.

(rub/ap)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr. Unwichtig am 08.11.2017 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufpassen...

    Der Sieg der Demokraten in NY und New Jersey stand nie zur Debatte - nicht einmal, wenn der wiederauferstandene Abraham Lincoln jetzt Präsident wäre. Die "echten" News ist der Sieg im Swing State Virginia - allerdings hat Virginia vor einem Jahr auch mehrheitlich Clinton gewählt. Das Ergebnis lässt also keine Aussage zu irgendetwas zu....

    einklappen einklappen
  • Laybare am 08.11.2017 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnung?

    Seit bekannt wurde, dass Clinton die ganze Demokratische Partei (DNC) gekauft hat, und die Vorwahlen gegen Sanders manipuliert hat, freue ich mich erst wieder, wenn Kandidaten der Justice Democrats gewählt werden. Nur denen traue ich zu etwas in der US-Politik zu bewegen. Die meisten anderen sind von Grosskonzernen gekauft und werden sowieso nichts grossartiges verändern. Just my opinion.

  • H. Lali am 08.11.2017 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Demokraten dürfen auf

    einen mächtigen Wahlhelfer vertrauen: Donald Trump und seine tausend Fettnäpfchen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Entay Gebere am 08.11.2017 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Yo Yo Yo

    Was habt ihr nur alle gegen Trump? Er ist eben kein 0815-Politiker die Flüchtlinge einfliegen wollen wie die unseren. Ich meine, wenn Medien und co sich über seinen Stil Fische zu füttern das Maul zerreissen müssen, geht ihnen anscheinend echt die Puste aus. Ausserdem, um beim Artikel zu bleiben: Es gibt viele Staaten die schwanken und solche, wie Californien, die einen Republikaner zum Gouverneur hatten und gleichzeitig einen demokratischen Präsidenten wählten. Und auch umgekehrt. Und "linke" Hochburgen wie NY als Demokrat zu gewinnen ist ja kein Kunststück sondern Tradition.

    • Roman M. am 08.11.2017 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Entay Gebere

      Diese linken Hochburgen in den USA sind die Regionen, die den Reichtum der USA erschaffen. Ohne die Dems-Staaten sähe düster aus im Land. Die Demokraten scheinen übrigens nur links zu sein, weil die ehemals progressiven (Abschaffung der Sklaverei) Republikaner soweit rechts abgedriftet sind.

    einklappen einklappen
  • H. Lali am 08.11.2017 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Demokraten dürfen auf

    einen mächtigen Wahlhelfer vertrauen: Donald Trump und seine tausend Fettnäpfchen.

  • Kayla am 08.11.2017 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mid Terms

    Das war zu erwarten; die Amis merken langsam, dass ein solches Desaster sich nicht wiederholen darf. Bin sehr gespannt auf nächstes Jahr.

    • Uptodate am 08.11.2017 13:29 Report Diesen Beitrag melden

      Weiter schlafen, polemisieren!

      Falsch informiert! Diese waren schon lange demokratisches Wahlgebiet. Also ein muss fuer die Demokraten zu gewinnen!

    • Fabian am 08.11.2017 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Uptodate

      Darum auch der Satz:" das war zu erwarten!"

    • Marc am 08.11.2017 15:04 Report Diesen Beitrag melden

      Ach was

      Virgina wählt seit Jahrzehnten, den Kandidaten, der Partei, welche nicht den Präsident stellt. In New Jersey hatte Chris Christie noch 15% Zustimmung - dass seine Nummer 2 da keine Chance hat, war klar. New York stand auch nie wirklich zur Diskussion (Bestehende Politiker werden selten abgewählt).

    • Roman M. am 08.11.2017 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Uptodate

      Ach ja? Chris Christie (New Jersey) ist aber Republikaner und einer der ersten gewesen, der Trump unterstütze. Wie erklärst du nun dessen Abwahl? Ich glaube eher, dass die Mehrheit der Amerikaner nun eingesehen haben, wie desaströs es sein kann wenn man aus Wut einen komplett ungeeigneten Mann in ein so wichtiges Amt hievt. Ein Land zu führen kann nicht jedem zugetraut werden. Trump beweist das auf eindrückliche Weise. Trump soll wieder dorthin gehen, wo er hingehört: ins Trash-TV!

    einklappen einklappen
  • Chengi am 08.11.2017 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    American Dream

    The American Dream is Dead! Und das kalte Erwachen inkl. MorgenGrausen ist Real! Linksliberale, Antifa, Feministinnen, Pseuo-Bürgerrechtler trampeln auf den Ueberresten herum!

    • BK11215 am 08.11.2017 14:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chengi

      Und Fackelträger beleben in wieder? Nein, ernsthaft; Teile des amerikanischen Traums waren schon immer eine Illusion, andere sind eine wunderbare Realität. Und es ist wahr verschiedene Strömungen, von links und rechts, haben manchmal abstruse Ideen, wohin das Land sich entwickeln sollte. Nichtsdestotrotz, ihr Kommentar ist Blödsinn.

    einklappen einklappen
  • Laybare am 08.11.2017 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnung?

    Seit bekannt wurde, dass Clinton die ganze Demokratische Partei (DNC) gekauft hat, und die Vorwahlen gegen Sanders manipuliert hat, freue ich mich erst wieder, wenn Kandidaten der Justice Democrats gewählt werden. Nur denen traue ich zu etwas in der US-Politik zu bewegen. Die meisten anderen sind von Grosskonzernen gekauft und werden sowieso nichts grossartiges verändern. Just my opinion.