Mehr Platz auf Twitter

08. November 2017 13:58; Akt: 08.11.2017 16:28 Print

Das sind Trumps erste 280-Zeichen-Tweets

Donald Trump weilt in Asien, hat aber auch dort Zeit zu twittern. Die neue 280-Zeichen-Obergrenze nutzt der US-Präsident bereits rege.

In einem seiner letzten Tweets lobt Donald Trump die Ausstattung des Militärs und betont: «Ich will Frieden durch Stärke!»

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Darauf hat die Welt gewartet: Nach einer mehrwöchigen Testphase unter ausgewählten Nutzern dürfen auf Twitter jetzt alle 280 statt maximal 140 Zeichen senden. US-Präsident und Dauer-Twitterer Donald Trump gehörte zwar nicht zu der Testgruppe – doch er nutzt die neue Obergrenze bereits intensiv.


Seit seiner Wahl hält der US-Präsident die Welt auf Trab, nicht zuletzt mit seinen zahllosen Tweets. Video: Tamedia/SDA

Trump, der momentan in China weilt, setzte schon mehrere Tweets ab, die deutlich länger als bisher sind. Seine erste längere Twitter-Botschaft verschickte er noch aus Südkorea. In 216 Zeichen betont er seine Freude über das bevorstehende Treffen mit dem chinesischen Präsidenten.


Lobeshymne ans Militär

Sein nächster Tweet ist ein Seitenhieb auf Ed Gillespie, der bei der Gouverneurswahl in Virginia gegen den Demokraten Ralph Northam verloren hat. «Ed Gillespie hat hart gearbeitet, aber er hat nicht mich dargestellt oder wofür ich stehe», schrieb Trump. Dank der guten Wirtschaftszahlen «werden wir weiter gewinnen, sogar mehr als zuvor».


Wenige Stunden später dann nutzt er den neu gewonnenen Platz für eine Lobeshymne ans Militär, das dank seiner Regierung mit der «neusten und besten Ausrüstung der Welt» ausgestattet werde (siehe Tweet ganz oben).

Wie bisher also betont Trump auf Twitter seine eigenen Erfolge und reitet auf Niederlagen der anderen herum – nur braucht er für eine längere Aussage nun nicht mehr mehrere Tweets. Zuvor hatte er oft Serien von Tweets aneinandergehängt und durch Auslassungspunkte miteinander verbunden.

Wie kann Trump aus China twittern?

Ob Trump jetzt von China aus auch twittern wird, muss sich noch zeigen: Für Bürger der Volksrepublik ist Twitter gesperrt. Ausländer dagegen haben Zugang – sie können sich über Roamingdienste mit ihren Mobilfunkanbietern in der Heimat verbinden lassen.

Ein US-Präsident hat es da allerdings nicht so leicht. Er braucht für seine besonders geschützten Tweets und sonstigen Kommunikationsverbindungen Satelliten, ausgefeilte Elektronik und Hunderte Mitarbeiter auf mehreren Kontinenten. Das Weisse Haus will sich nicht zu den Möglichkeiten Trumps äussern, auch aus China in alle Welt zu twittern. Über Vorkehrungen zum Schutz seiner Kommunikation wollte es erst recht nichts sagen. Dabei geht es allerdings nicht nur um Abhörsicherheit – Berater des für seine Selbstdarstellungen bekannten Präsidenten wollen auch ein wenig die Spannung erhöhen.

(mlr/ap/afp)