Brexit-Datum

10. November 2017 04:15; Akt: 10.11.2017 13:10 Print

Am 29. 3. 2019 sind die Briten raus aus der EU

Am 29. März 2019 um kurz vor Mitternacht tritt Grossbritannien aus der EU aus.

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Datum wird in gesetzlich verankert: David Davis an einer Medienkonferenz Ende August in Brüssel. (31. August 2017) Die britische Premierministerin Theresa May an der 10th Downing Street, in London. (27. September 2016) So reagierten die Medien auf den Brexit-Entscheid vom Juni 2016: Die britische Boulevardzeitung «The Sun» titelt mit einem boshaften Wortspiel. (24. Juni 2016) Der «Daily Mirror» konstatiert nüchtern: «Wir sind draussen.» (24. Juni 2016) «England lehnt die EU ab», titelt das «Wall Street Journal» in einer Extraausgabe. Auch der «Daily Record» titelt mit einem «Wir sind draussen». (24. Juni 2016) «The Independent» macht mit einem Zitat des Ukip-Vorsitzenden auf: «Wir haben gewonnen, ohne eine Kugel abzufeuern.» (24. Juni 2016) Die «Times» zeigt ebenfalls Farage, der das Ergebnis der Abstimmung bejubelt. (24. Juni 2016) Ein gespaltenes Land, titel das liberale «i-Paper». (24. Juni 2016) Ein unabhängiges Schottland, als Teil der EU, antizipiert «The National». (24. Juni 2016) Ein Schicksalstag, titelt «The Journal» lapidar. (24. Juni 2016) Entzweite Einigkeit: Loyalität gegenüber David Cameron fordert «The Daily Telegraph». (24. Juni 2016) Eine gespaltene Nation, analysiert auch «The Guardian». (24. Juni 2016) Eine lange, lange Nacht, titelte «City A.M.». (24. Juni 2016) Die «Süddeutsche Zeitung» kommentiert die gespaltene Nation und titelt «Voller Angst in die historische Katastrophe». Für die deutschen Medien ist klar, dass der britische Premierminister David Cameron mitverantwortlich für das Abstimmungsergebnis ist. «Der Mann, der Europa verzockte», kommentiert der «Stern». Das Votum der Briten ist für die FAZ «die neue Wucht des Nationalismus». Der Kommentator der «Bild»-Zeitung schreibt von «Europas schwarzem Tag». Ein «schwarzer Tag für die europäischen Börsen», titelt das Newsportal «24 Heures».

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Grossbritannien wird die Europäische Union am 29. März 2019 um 23 Uhr GMT verlassen. Das exakte Austrittsdatum werde in einem Zusatzartikel zum Austrittsgesetz verankert, das derzeit vom Parlament in London beraten wird. Dies erklärte der britische Brexit-Minister David Davis.

Das Datum war bereits abgeleitet worden, weil am 29. März 2017 die zweijährige Phase der Scheidungsverhandlungen mit der EU begann. Allerdings tauchte es bisher in keinem Gesetz auf.

Zuvor hatten sich britische Abgeordnete besorgt gezeigt, weil das genaue Austrittsdatum bisher nicht in britischem Recht verankert ist. Die Briten hatten sich in einer Volksabstimmung im Juni vergangenen Jahres mehrheitlich für den Austritt aus der Europäischen Union ausgesprochen.

Brexit-Gespräche laufen

Am Donnerstag hatte in Brüssel die sechste Runde der Brexit-Gespräche zwischen Vertretern Londons und der EU begonnen. Dieses Mal sind die Gespräche auf zwei statt vier Tage angesetzt. Einer der wesentlichen Streitpunkte sind die Finanzforderungen der EU, die EU-Parlamentspräsident Antonio Tarjani unlängst auf 50 bis 60 Milliarden Euro schätzte.

Ferner geht es um die Rechte der in Grossbritannien lebenden EU-Bürger sowie der Briten, die in anderen EU-Staaten leben. Geklärt werden muss schliesslich der künftige Status des zu Grossbritannien gehörenden Nordirland sowie der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Augen auf! am 10.11.2017 05:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahn-Sinn

    Einmal unabhängig davon, ob der Brexit den Briten nun zum Vorteil oder Nachteil gereicht. Ich finde es ausserordentlich bemerkenswert, wie die politische Kaste in einem Land, wo der Sachentscheid typischerweise NICHT an der Urne erfolgt; die in einer weit schwerwiegenderen Frage als billaterale Abkommen äusserst knapp einen Entscheid GEGEN Wirschaft und Politik gefällt haben, mit diesem Entscheid umgeht. Kein relativieren, keine Zweitabstimmung, keine weitere Rückkommens-Initiative... ... einfach nur umgesetzt im Sinne der Abstimmungsfrage.

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  • Yak60 am 10.11.2017 05:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Titanic EU

    Gratuliere den GB für die Kraft und den Mut den sie aufgebracht haben . Wär ist der nächste?

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  • Sabai am 10.11.2017 04:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer verliert?

    Die Zeit wird zeigen, wer von den beiden profitieren wird. Wächst die Wirtschaft in GB weiterhin so stark, ist der Austritt für die EU ein grosser Verlust und der Zerfall vom Euro und der EU wird nur noch mehr beschleunigt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Amina123 am 11.11.2017 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bravo und good luck

    wünsche den briten viel glück und hoffe,dass sies packen,damit andere EU länder nachziehen...

  • Simi am 10.11.2017 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EU ein Friedensprojekt

    Alle in der EU profitieren. Es ist das grösste Friedensprojekt unserer Zeit wenn man so will. Es hat uns allen Stabilität und Wohlstand in Europa bescheert, daran wird auch ein Brexit nicht viel verändern. Armes GB

    • Imis am 11.11.2017 01:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Simi

      Als das wurde das EU-Projekt den Menschen verkauft, was Du Simi, immer noch zu glauben versuchst. Die EU muss ja so super sein, wenn vor einigen Tagen berichtet wurde, dass jeder 5. Mensch in Deutschland von ARMUT bedroht ist. Das sind ca. 16 Millionen Menschen. Und wenn 16 Millionen in der Armut dann sind, dann sind Unruhen vorprogrammiert und nicht der Frieden.

    • losloco am 11.11.2017 01:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Imis

      Und in der Schweiz ist es jeder 7. der in Armut lebt. Warum aber die EU dafür verantwortlich sein soll, musst du uns noch erklären.

    • Peter am 11.11.2017 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Imis

      Das hat ja nichts mit der EU zu tun, sondern damit, dass Deutschland den Billiglohnsektor extrem ausgebaut hat ...damit hat man zwar weniger Arbeitslose, damit mehr Arme ...

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  • Simi am 10.11.2017 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Goodbye

    Goodbye great Britain. Beide werden klar verlieren, egal wie es am Ende raus kommt. Niemand sollte ernsthaft glauben das dies die EU langfristig beschädigt. EU orientierte Unternehmen auf dem kleinen Kontinent haben längst die Köfferchen gepackt. Sorry Theresa May.

  • Joliduu am 10.11.2017 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unter dem Strich

    will doch dieser eu-Verein doch nur ein Exempel statuieren, um anderen Ländern, die austreten wollen, zu zeigen, dass sie ihnen Steine in den Weg legen können. Ein Grund mehr um auszutreten.

  • Tiziano am 10.11.2017 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme briten

    GB wird nie und nimmer einig mit der EU. Was GB will mit Ausstieg wird die EU nie zulassen Die EU darf nicht das kleinste Zugeständnis machen wo ihre Grundsätze oder Vorteile beschneiden würde. Bei GB ist ganz klar das sie praktisch den ganzen EU Schrott rückgängig machen wollen und ganz sicher nichts mehr von den EU grundrechte wissen will. Die EU lässt die nie gehen. Die sind zu wichtig für die EU.

    • Rüedu am 10.11.2017 19:18 Report Diesen Beitrag melden

      Tiziano

      Wie in der Schweiz.... Wenn GB den freien Zugang in den EU Wirtschaftsraum fordert, gleichzeitig aber den freien Personenverkehr ablehnt, so ist der Konflikt mit der EU vorprogrammiert, die die 4 Freiheiten nur als Gesamtpaket betrachten. Die EU hat kein Problem GB ziehen zu lassen, wenn die Rechnung beglichen ist. Aber weder gibt es politische Verhandlungen zu einem Nachfolgeabkommen zwischen GB und EU, solange das Finanzielle nicht geklärt ist, noch wird dieses Abkommen nur einen Teilbereich der 4 Freiheiten umfassen. Das ist das Problem, dass sich GB selbst geschaffen hat.

    • Paul am 11.11.2017 23:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Tiziano

      Wenn ich einen Vertrag unterschreibe, z.B. einen Hypothekarvertrag mit der Bank und ich will vor Ablauf des Vertrags aussteigen, weil ich den Zins zu hoch finde, dann kann ich das auch nicht gratis machen. Ganz ähnlich ist es mit GB und der EU. Das Problem, dubiose Figuren wie Farage und Boris Johnson haben den Wählern vorgegaukelt, man könne die Vorteile weiterhin nutzen, ohne Mitglied zu sein. Auf das obige Beispiel übersetzt, hiesse das, man steigt aus dem laufenden Vertrag ohne Abfindung aus und bekommt dann von der gleichen Bank eine Hypothek mit noch besseren Konditionen!

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