Taliban-Gefangenschaft

03. November 2017 22:22; Akt: 03.11.2017 22:52 Print

US-Soldat entgeht Haft trotz Fahnenflucht

Bowe Bergdahl wird unehrenhaft aus der US-Armee entlassen. Der in Taliban-Gefangenschaft geratene Soldat bekannte sich der Fahnenflucht schuldig.

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Entfernte sich unerlaubt vom Stützpunkt und geriet in Taliban-Gefangenschaft: Bowe Bergdahl vor der Urteilsverkündung. (3. November 2017) (Bild: Keystone/Andrew Craft /The Fayetteville Observer via AP)

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Der US-Soldat Bowe Bergdahl, der 2014 nach fünfjähriger Geiselhaft in einem umstrittenen Gefangenenaustausch freigekommen war, muss nicht ins Gefängnis. Das entschied ein Militärrichter in Fort Bragg am Freitag.

Der Richter ordnete aber die unehrenhaften Entlassung des 31-Jährigen aus dem Militär an und stufte seinen Rang herunter, wie ein Sprecher der US-Armee sagte. Bergdahl muss zudem zehn Monate lang eine Geldstrafe von 1000 US-Dollar zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte sich für eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren ausgesprochen.

Freiheit durch Gefangenenaustausch

Bergdahl bekannte sich in dem Verfahren der Fahnenflucht und des Fehlverhaltens vor dem Feind schuldig. Ihm wurde vorgeworfen, andere Soldaten in Gefahr gebracht zu haben, indem er sich Ende Juni 2009 unerlaubt von einem Stützpunkt in der afghanischen Provinz Paktika entfernte. Stunden später wurde er von Taliban-Kämpfern gefangengenommen. Mit ihnen verbündete Militante hielten ihn fünf Jahre lang in Pakistan fest.

Unter dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama wurde Bergdahl schliesslich im Mai 2014 im Austausch gegen fünf in Guantánamo Bay gefangene Taliban freigelassen – ein stark umstrittener Handel. So hatte auch Donald Trump Bergdahl während des Präsidentschaftswahlkampfes mehrfach als «miesen Verräter» gebrandmarkt.

Trumps reagiert brüskiert

Trump kritisierte denn auch das Urteil scharf. Der Richterspruch sei eine «völlige und totale Schande für unser Land und unser Militär», schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter.

(mch/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chiara am 03.11.2017 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein Mr. Trump

    Man kann mit Fug und Recht behaupten,dass nicht Bergdahl, sondern Trump eine totale Schande für das Land ist.

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  • richter am 03.11.2017 23:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schützt nicht den täter

    nehmt diesen Typen nicht in Schutz. Er war Soldat, kannte alle seine Pflichten, die damit verbunden sind und hat sich aus freiem Willen vom Camp entfernt. Kommilitonen haben ihn gesucht und einige wurden dabei durch die Terroristen getötet. Sie starben, um ihn zu suchen. Ich she die Schuld nur bei ihm.

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  • Tobias am 03.11.2017 23:15 Report Diesen Beitrag melden

    Präsidenten dürfen alles

    Vom Sofa in der warmen Stube aus kann man leicht kritisieren. Ich war zum Glück nicht da und nicht in seiner Position. Ich bin froh in der Schweiz Militärdienst geleistet zu haben. Darum ist mir solches erspart geblieben. Aber ich verstehe, dass Militärdienst-Umgeher Trump das anders sieht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schweizer Ernst am 05.11.2017 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir wissen nichts - CIA ? - Topf vieler Widersprüc

    Wir wissen nicht warum er sich wirklich in das sehr gefährliche Aussengebiet begab - ev doch zum Ausspähen - aber ohne CIA - Schutz - eventuell auch deshalb das milde Urteil und der teure Freikauf

  • Kussi am 05.11.2017 05:29 Report Diesen Beitrag melden

    Feigling

    Sollte eigentlich füsiliert werden. Als Soldat kennt er die Regeln der Armee. Feigheit hat bei solchen Einsätzen keinen Platz, zum Glück sind diese Obamaspielchen vorbei. Donald muss es nun richten, auch wenn es vielen nicht passt.

  • Nein am 04.11.2017 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehm

    Randnotiz: Bergdahl war ein Sergeant. Auf dem Bild ist ein Lieutenant Colonel... kleiner feiner Unterschied

    • Stimmt am 05.11.2017 06:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nein

      Stimmt. Es handel sich um Lt. Col. Franklin Rosenblstt, Bergdhals Anwalt.

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  • IchDuErSieEsWirIhr am 04.11.2017 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trashtweets

    einfach grosse töne zu spucken donald, wenn man selber nicht an der front ist und die grössten sorgen sind, was man als nächsetes auf twitter posten soll.

  • Markus am 04.11.2017 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Verhandlungen?

    Seit wann werden mit Terroristen Verhandlungen geführt? Unsere Politiker behaupten doch immer das Gegenteil...