Trump im Katastrophengebiet

03. Oktober 2017 21:24; Akt: 04.10.2017 16:30 Print

16 Tote auf Puerto Rico – «Ihr könnt sehr stolz sein»

US-Präsident Donald Trump hat die vom Hurrikan Maria schwer verwüstete Karibikinsel Puerto Rico besucht. Er rühmte dabei den Einsatz seiner Katastrophenhelfer und verteilte Reissäcke.

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US-Präsident Donald Trump hat einen Besuch auf der schwer sturmgeschädigten Karibikinsel Puerto Rico für Lobpreisungen des Katastropheneinsatzes seiner eigenen Regierung genutzt. Er sprach vom «grossartigen» und «fantastischen Job», den die Bundesbehörden und das Militär in dem US-Aussenterritorium geleistet hätten.

«Das gesamte Team war fabelhaft», sagte Trump bei seiner Kurzvisite am Dienstag. Damit reagierte Trump auf die Kritik, er greife der Insel bislang nicht genügend unter die Arme. Zwei Wochen nach dem Hurrikan «Maria» ist jedoch ein Grossteil der 3,4 Millionen Inselbewohner nach wie vor ohne Strom, Trinkwasser und Telefonverbindung. Auch die Lebensmittelversorgung ist unzureichend.

Bei seinem auf fünf Stunden angesetzten Besuch hob der Präsident aber darauf ab, dass die Zahl der 16 Todesopfer auf Puerto Rico deutlich geringer war als bei anderen Wetterkatastrophen in den USA.

Der Hurrikan «Katrina» im Jahr 2005 mit seinen «tausenden» Toten sei im Vergleich zu «Maria» eine «reale Katastrophe» gewesen, sagte Trump bei einem Gespräch mit Behördenvertretern und Militärs in der Inselhauptstadt San Juan. Durch «Katrina» waren in New Orleans und Umgebung mehr als 1800 Menschen ums Leben gekommen.

Zögerliche Reaktion vorgeworfen

Trump wird unter anderem angelastet, dass die Bundesbehörden auf die Verwüstungen durch die Hurrikane «Harvey» und «Irma» in den Bundesstaaten Texas, Louisiana und Florida deutlich energischer reagiert hätten als auf die Katastrophe auf dem US-Aussenterritorium Puerto Rico. Die Bewohner von Puerto Rico sind US-Bürger, dürfen aber an US-Präsidentenwahlen nicht teilnehmen.

Auf die Kritik hatte der Präsident schon kurz vor seinem Abflug zur Insel mit überschwänglichem Lob der eigenen Regierung geantwortet. Dank dieses «unglaublichen Jobs» seien die Strassen bereits freigeräumt, und die Telekommunikation beginne wieder zu funktionieren.

Seine Regierung habe auf der Insel eine genauso gute Arbeit wie in den Festlandstaaten geleistet, obwohl die Bedingungen auf der Insel «schwieriger» seien, beteuerte Trump zugleich.

In den vorherigen Tagen hatte der Präsident auch Gegenattacken gegen einzelne Vertreter der Inselbehörden gefahren, vor allem gegen die Bürgermeisterin von San Juan, Carmen Yulín Cruz, die sich über unzureichende Hilfen beklagt hatte. Der Präsident warf ihr «armselige Führungsqualitäten» vor - die Bürgermeisterin sei nicht in der Lage, ihre Arbeiter zu Hilfseinsätzen zu bewegen.

Bei der Ankunft auf Puerto Rico schüttelte Trump dann kurz mit Yulín Cruz die Hände, erwähnte sie aber nicht in seinen Lobpreisungen des Einsatzes der Katastrophenhelfer. Dagegen rühmte er die Kooperation mit dem Inselgouverneur Ricardo Rossello.

Trump wird bejubelt

Der Präsident und die First Lady Melania Trump besuchten auch mehrere Familien, deren Häuser beschädigt worden waren. «Danke dafür, dass Sie hier sind. Es ist so gut, Sie zu sehen», wurde der Präsident dabei von einem Mann auf Spanisch begrüsst. Bei einem anschliessenden Event in einer Kirche wurde Trump dann von einer jubelnden Menge begrüsst. «Es gibt viel Liebe in diesem Raum, viel Liebe», schwärmte er. Anschliessend verteilte er mehrere Reissäcke unter den Anwesenden.

Der Präsident hatte an der Kurzvisite auf der Insel trotz des Massakers in Las Vegas festgehalten. Dort hatte ein Heckenschütze am Sonntagabend (Ortszeit) mindestens 59 Konzertbesucher getötet. Die Glücksspielmetropole im Bundesstaat Nevada will Trump am Mittwoch besuchen.

(fur/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rudi rüssel am 03.10.2017 21:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    trump to mars

    wollen die usa nicht den mars besiedeln? ich wüsste einen grossartigen, fabelhaften unerreichbar perfekten ersten bewohner....

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  • Erwin B am 03.10.2017 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dickes Eigenlob

    Unabhängig was er macht oder um was es geht - es kommt immer auf ein dickes Eigenlob hinaus. Was für ein beschädigtes Ego hat dieser Mensch.

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  • Ton Ton am 03.10.2017 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    Toll.

    Raffinierter Kerl, dieser Trump: Erst schickt er zwei der grössten und herausforderndsten Hurricane über die Landschaften, und danach bringt er quasi zwischen zwei Golfpartien die beste Hilfe zustande, die jemals organisiert wurde. Mordskerl. Da darf er doch ein wenig Eigenlob einfahren, wenn man ihn sonst schon nicht so hochjubelt. Und dieses Mal waren beide für einen Gang durch die Pampas bestens eingekleidet. Allerdings: Mit dem Flug alleine hätte man wohl eine Stadt mit Essen versorgen können, nicht bloss mit ein paar Säcken Reis.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 04.10.2017 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump immer Trump

    Die Insel ist seit Jahrzehnten Bankrott und ist am Tropf von Washington DC. Die Verwaltung kann sich doch nicht immer auf die Regierung verlassen,

  • Thomas am 04.10.2017 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Melanie...

    Melania sieht schon immer aus wie wenn sie gleich nach Paris an die Modeschau geht. Wenigstens hat sie die Schuhe im Flieger noch gewechselt.

    • Schilä Trumpf am 04.10.2017 17:25 Report Diesen Beitrag melden

      Neid kommt auf@ Thomas

      Wenn man so Hübsch ist , darf man sich einiges erlauben schliesslich ist Sie die First Lady einer Grossmacht

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  • ENU am 04.10.2017 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augenleiden

    Lady Trump ist trotz ihres dauernden Augenleidens zur Besichtigung der Zerstörungen nach Puerto Rico gekommen. Pardon, ich hab ja vergessen sie macht permanent Sonnenbrillenreklame damit Sie auch Sackgeld bekommt.

  • ganon am 04.10.2017 15:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sehen wie man will

    Wäre Obama jetzt an seiner Stelle würden ihn die Medien wieder hoch loben aber eben es ist ja Trump...

    • Marina am 04.10.2017 16:12 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Vergleich

      Nicht dass ich Fan von Obama war aber wenn man Trump nicht als grösseres Übel sieht ist man entweder befangen, extrem Rechts (ohne Sinn für die Realität) oder das Hirn funktioniert auf halbmast. Für diese Erkenntnis bräuchte es ja nicht wirklich viel...

    • Mary J am 04.10.2017 16:37 Report Diesen Beitrag melden

      @ganon

      Wohl kaum, Obama hätte sich sowas von vornherein gar nicht gleistet!!!

    • Rüedu am 04.10.2017 18:11 Report Diesen Beitrag melden

      ganon

      Ich habe Obama nie erlebt, dass er nach einer Katastrophe den Betroffeen erklärte stolz sein zu dürfen, dass nicht noch mehr Menschen ums Leben kamen. Eigentlich hat man solchen geistigen Dünnpfiff noch von keinem amerikanischem Präsidentn gehört. Nicht mal vom legendär dummen Bush jr. Das Sie die Tragweite dieser Aussage nicht erkennen können, nicht bereit sind die Unfähigkeit Trumps akzeptieren zu wollen und fast schon kindlich mit dem Finger auf Andere zeigen, um abzulenken, entspricht zu 100% auch dem Verhalten Trumps. Sowas würde mir zu denken geben! Aber eben, immer die Anderen....

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  • Antonio Giovenni am 04.10.2017 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Muss das sein?

    Jeden Tag lesen wir seitenweise über Trump. manchmal habe ich das Gefühl ich lebe in den USA und nicht in der Schweiz. Wenigstens 1 Tag pro Woche "Trumpfrei" wäre schön.

    • Xiaomi78 am 04.10.2017 16:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Antonio Giovenni

      Warum?Jeden Tag gibts auch hier belangloser BS wo Niemand interessiert.Ich lese dies ja auch nicht.Aber der liebe Herr ist der maechtigste Mann in der Welt momentan (leider) da ist dementspechend das was er labert von Gewicht.Lustigerweise leasst er ja auch nicht aus und stolpert von einem Fettnaepfchen ins andere.Unterhaltungswert hat er schon in dieser Hinsicht obwohl dies eher tragisch und ein Armutszeugnis darstellt.

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