Fethullah Gülen

12. Juli 2017 07:38; Akt: 12.07.2017 11:00 Print

Erdogans Erzfeind würde sich ausliefern lassen

Der in den USA lebende muslimische Prediger würde eine Auslieferung in die Türkei akzeptieren. Fluchtpläne bestreitet er.

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Betont erneut, dass er mit dem Putschversuch vor einem Jahr nichts zu tun hatte: Fethullah Gülen in seiner Unterkunft in Saylorsburg im US-Bundesstaat Pennsylvania. (Archiv) (Bild: Keystone/Chris Post)

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Der in den USA lebende muslimische Prediger Fethullah Gülen würde eine Auslieferung in die Türkei akzeptieren. «Falls die Vereinigten Staaten es für richtig halten, mich auszuliefern, würde ich gehen», sagte der 79-Jährige zur Nachrichtenagentur Reuters.

Er widersprach zugleich Vorwürfen der türkischen Regierung, eine Flucht nach Kanada vorzubereiten, um der von ihr geforderten Auslieferung zu entgegen. «Diese Gerüchte treffen überhaupt nicht zu», betonte er.

Die Regierung in Ankara macht den seit 1999 im selbst gewählten Exil lebenden Gülen für den Putschversuch vor einem Jahr verantwortlich und hat in Washington dessen Auslieferung beantragt. US-Regierungsvertreter haben allerdings verdeutlicht, dass die Türkei dem Justizministerium noch keine ausreichenden Beweise vorgelegt habe.

Erdogan auf anderen Wegen loswerden

Gülen wies die Vorwürfe der türkischen Regierung erneut zurück: «Ich habe niemals einen Staatsstreich oder eine Amtsenthebung unterstützt», sagte er. Alle Versuche, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan loszuwerden, müssten auf demokratischem Wege erfolgen, nämlich durch friedliche Proteste und Wahlen, ergänzte Gülen.

Er verurteilte die Machtanhäufung in den Händen Erdogans und verglich diesen mit einem Diktator. Die Regierungen der USA und der europäischen Länder müssten sich stärker für die Wiederherstellung politischer Freiheiten in der Türkei einsetzen, forderte Gülen, der früher ein Verbündeter Erdogans war.

Wegen mutmasslicher Kontakte zur Gülen-Bewegung wurden in der Türkei bisher rund 50'000 Menschen festgenommen und rund 150'000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, der Justiz, der Polizei und des Militärs entlassen oder vom Dienst suspendiert.

(nag/sda)