UNO-Experten

27. Oktober 2017 03:53; Akt: 27.10.2017 10:53 Print

Syrien ist für Giftgasangriff verantwortlich

Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad hat nach einem Bericht für den UNO-Sicherheitsrat im April das Nervengas Sarin gegen die oppositionelle Stadt Khan Shaykhun eingesetzt.

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Versorgen Opfer mit Sauerstoff: Zivilschützer in Syrien stehen nach dem Chewiwaffeneinsatz am 4. April 2017 im Einsatz. Soll erneut angegriffen worden sein: Die Stadt Khan Sheikhoun liegt in der weitgehend von Rebellen kontrollierten Provinz Idlib. Assad aus dem Amt zu jagen, hat höchste Priorität: Die US-Botschafterin der Vereinten Nationen Nikki Haley im UNO-Hauptquartier in New York. (27. März 2017) Erklärung an den Kongress: Donald Trump hat schriftlich begründet, warum er den Befehl für den Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt gegeben hat. (8. April 2017) Es ist dieselbe Stadt, die am 7. April angegriffen wurde. Die Zahl der Getöteten beträgt 15, darunter vier Kinder. Das staatliche syrische Fernsehen sprach von 13 Toten. (7. April 2017) «Der Aktion in Syrien muss zwingend eine breit angelegte Strategie folgen»: Hillary Clinton über den US-Raketenbeschuss. Von einem solchen Schiff wurden die Raketen auf Syrien abgefeuert: Der Zerstörer USS Porter auf dem Mittelmeer. (9. März 2017) Der zweite Zerstörer, der zum Einsatz kam, ist die USS Ross, hier an der Naval Station Rota in Spanien. (3. März 2017) Eine Rakete des Typs Tomahawk wird vom US-Zerstörer USS Ross abgefeuert. (7. April 2017) Kritik an US-Angriff: Wladimir Putin an einem Meeting mit dem usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev (nicht im Bild) in Moskau. (5. April 2017). Insgesamt 59 Präzisionsraketen werden aus dem Mittelmeer auf Syrien abgefeuert. (7. April 2017) Die Basis Shayrat liegt südöstlich der syrischen Stadt Homs im Westen des Landes. (7. April 2017) Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldet, die Raketen hätten grosse Zerstörung auf der Luftwaffenbasis angerichtet: Luftaufnahme der Basis vom letzten Herbst. (7. Oktober 2016) Die Raketen wurden von den Kriegsschiffen USS Porter und USS Ross aus abgefeuert: Start einer Tomahawk-Rakete. (7. April 2017) Die US-Zerstörer sind im östlichen Mittelmeer stationiert. (Archivbild) Von hier aus haben die USA mehrere Dutzend Raketen des Typs Tomahawk in Richtung Syrien abgeschossen. (Archivbild) Verteidigt den Luftschlag gegen Syrien mit eigenen Sicherheitsinteressen: US-Präsident Donald Trump spricht zu den Medien. (6. April 2017) Hören die Rede von US-Präsident Donald Trump in Florida: Ivanka Trump neben Handelsminister Wilbur Ross. (6. April 2017) Macht Assad für den Giftgas-Angriff in Syrien verantwortlich: US-Präsident Trump an einer Veranstaltung im Weissen Haus. (4. April 2017) Der US-Angriff ist eine Vergeltung für den mutmasslichen Giftgasangriff gegen syrische Zivilisten drei Tage zuvor: Ein Mann trägt ein verletztes Kind im Spital von Khan Sheikhoun. (4. April 2017) Die US-Regierung und europäische Politiker machen das Assad-Regime verantwortlich: Ein Arzt behandelt einen Knaben. Tragödie in Syrien: Ein Kind wird nach der Giftgasattacke in Khan Sheikhoun behandelt. Nach dem vermuteten Giftgasanschlag ist das Krankenhaus, in dem die Opfer behandelt werden, unter Beschuss geraten. Im Innern der Klinik kämpften Ärzte ums Überleben zahlreicher Opfer eines zuvor erfolgten Luftangriffs, bei dem nach Angaben von Aktivisten Giftgas eingesetzt wurde. Das Bild zeigt laut der Organisation Documenting Oppression Against Muslims (DOAM) vom Giftgasangriff betroffene Kinder in Khan Sheikhoun. (Screenshot Youtube) Angriffe, Kämpfe, Folter und Hinrichtungen: Ein zerstörtes Spital von Ärzte ohne Grenzen in Idlib, Syrien. (15. Februar 2016) Verheerende Folgen: Angriffe auf Spitäler und Schulen im Norden Syriens haben 50 Menschen das Leben gekostet. Unter den getroffenen Krankenhäusern befinden sich auch Kliniken, die von Ärzte ohne Grenzen sowie dem UNO-Kinderhilfswerk Unicef unterstützt werden. Es wird vermutet, dass auch russische Flugzeuge Krankenhäuser zerstört haben. Das Elend in Syrien – die Bevölkerung leidet unter den Bürgerkriegswirren.

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Die Bilder der Giftgasattacke auf Khan Shaykhun gingen um die Welt. Der Angriff löste einen Vergeltungsschlag der USA auf das syrische Militär aus. Nun heisst es auch offiziell: Syrien trägt die Schuld für den Tod von 90 Menschen.

Experten von den Vereinten Nationen und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen haben die syrische Regierung für einen Angriff mit dem Nervengas Sarin am 4. April verantwortlich gemacht. Der Bericht stützt die ersten Ergebnisse der USA, Frankreichs und Grossbritanniens, denen zufolge ein syrisches Flugzeug eine Bombe mit Sarin auf die Stadt Khan Shaykhun abgeworfen hatte. Bei dem Vorfall wurden mehr als 90 Menschen getötet.

Die wichtigsten Erkenntnisse des Berichts lagen am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP vor. Darin hiess es, das Führungsgremium des Gemeinsamen Investigativmechanismus (JIM) sei «sich sicher, dass die Arabische Republik Syrien für die Freisetzung von Sarin in Khan Shaykhun verantwortlich ist».

Der JIM wurde von den UN und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen ins Leben gerufen. Er wurde gegründet, um die Verantwortlichen hinter Chemiewaffenangriffen in Syrien auszumachen. Syrien und sein enger Verbündeter Russland kritisieren dessen Arbeit und bestreiten einen Angriff.

«Unterstützung Syriens muss jetzt enden»

«Heute hat der Bericht bestätigt, was wir schon lange als wahr betrachtet haben», sagte die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley. In Anlehnung an Russland beklagte sie: «Trotz dieser unabhängigen Berichte haben wir noch immer einige Länder, die versuchen das Regime (in Syrien) zu unterstützen. Das muss jetzt enden.» Haley forderte den Weltsicherheitsrat auf, die klare Botschaft zu senden, dass der Einsatz chemischer Waffen nicht toleriert werde. Nach der Attacke auf Khan Shaykhun hatten die USA das syrische Militär zur Rechenschaft gezogen und einen Raketenangriff auf einen Luftwaffenstützpunkt gestartet.

Die Experten legten zudem fest, dass die Terrormiliz Islamischer Staat am 16. September 2016 Senfgas bei einem Angriff nahe Aleppo einsetzte. Zwei Tage vor Veröffentlichung des JIM-Berichts war im UN-Sicherheitsrat eine Resolution gescheitert, die die Arbeit der Expertengruppe um ein Jahr verlängert hätte. Russland hatte sein Veto eingelegt.

Die Erkenntnisse

Die Führungsgruppe des Gemeinsamen Investigativmechanismus (JIM) macht zur Sarin-Attacke auf die Stadt Khan Shaykhun im April dieses Jahres mit mehr als 90 Toten unter anderem folgende Angaben:

  • Ein Flugzeug liess am 4. April zwischen 6.30 und 7.00 Uhr morgens Munition über Chan Scheichun fallen.
  • Der Krater entstand an diesem Morgen und wurde durch die Wucht und hohe Geschwindigkeit einer Bombe erzeugt.
  • Die Zahl der betroffenen Menschen und der Nachweise von Sarin an dem Krater zehn Tage später deuten darauf hin, dass eine grosse Menge des Giftgases freigesetzt wurde. Dies steht im Einklang damit, dass das Sarin über eine Chemiebombe aus der Luft verbreitet wurde.
  • Die Symptome der Opfer, ihre Behandlung und das Ausmass des Vorfalls stimmen mit den Auswirkungen einer gross angelegten Vergiftung mit Sarin überein.
  • Sarinproben aus Chan Scheichun haben ergeben, höchstwahrscheinlich mit Ausgangsstoffen hergestellt worden zu sein, die zum ursprünglichen chemischen Bestand Syriens gehörten.

(foa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Danie am 27.10.2017 07:23 Report Diesen Beitrag melden

    Genau

    Assads Gedanken: "Ich bin am Gewinnen, die Russen kämpfen für mich und die Rebellen sind weitgehends geschlagen. Daher starte ich nochmals einen Giftgas-Angriff damit die Amerikaner wieder einen Grund haben, mich anzugreifen!" ... jaja wers glaubt!

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  • Mein Senf am 27.10.2017 06:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Durchblick

    Kommt darauf an was man wo liest. Und welche Interessen gerade vertreten werden müssen. Damals wurden Proben von dem Sarin genommen und es kam nicht aus den Beständen von Assad. Vielmehr sah es nach selbstgemachtem aus, was für die Terroristen spricht. Aber bei sovielen Akteuren wie in Syrien mitspielen, kann man als Laie fast nicht den Durchblick haben. Kommt dazu, dass in den Medien dass geschrieben wird, was die Mediensprecher freigeben.

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  • Olaf Rustle am 27.10.2017 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wem nützts

    Kaum wurden dem IS empfindliche Niederlagen beigebracht, kommt jetzt dies wieder hervor. Giftgas einzusetzem wäre mit Abstand das dümmste was Assad tun könnte. Von dem her denke ich nicht das er es getan hat.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Aleksandra Erceg am 27.10.2017 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    wie in der ehemaligen DDR

    Ich habe in den 90er Jahren beruflich zu tun gehabt in der ehemaligen DDR. Wenn ich jeweils die Menschen dort fragten, warum sie sich das Jahrzehnte lang antun liessen, kam immer die Antwort: Es gab nur eine Meinung und die wurde 1000 male wiederholt, alles andere war gelogen und verboten zu sagen. Wenn ich hier die Kommentare lese, habe ich ein Deja-vu, genau so muss es gewesen sein. Arme Kinder Syriens, sie durften ihren Präsident und seine Freunde leider nicht selber auswählen, schrecklich.

    • Andromeda am 29.10.2017 11:45 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmrecht

      Das kann ich auch nicht eine Sommaruga hätte ich zum Beispiel nie und nimmer gewählt.

    • Li am 29.10.2017 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Aleksandra Erceg

      Insofern haben sie Recht, eine Meinung, leider hat es unsere sogenannte Demokratie betroffen.

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  • Stefan Gubler am 27.10.2017 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral as it's best

    Jedes menschliche Opfer ist schlimm, 90 Tote sind viel und absolut unnötig, aber wieviele Zivilisten töten den die USA mit ihren Drohnen? darüber echauffiert sich niemand. im Gegensatz zum Giftgas angriff sind die beweise bei den Drohnen klar. der Mörder ist die USA. Wer also Assad als Massenmörder verurteilt, kommt nicht daran vorbei im gleichen Atemzug die USA (Bush, Clinton, Obama, Trump) zu nennen. Alles andere ist einfach nur heuchelei und Doppelmoral. ich bin kein fan von assad, aber im Gegensatz zu den USA/Nato Staaten sind die Taten Assads reiner Kindergeburtstag.

  • EMM am 27.10.2017 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denkanstoss

    ((Die Zahl der betroffenen Menschen und der Nachweise von Sarin an dem (Krater) zehn Tage später deuten darauf hin, dass eine (grosse) (Menge) des Giftgases freigesetzt wurde. Dies steht im Einklang damit, dass das Sarin über eine (Chemiebombe) aus der Luft verbreitet wurde)) Also, was Verursacht grossen Krater am Boden? A: Grosse menge Giftgas? B: Grosse menge Sprengstoff? Welche Szenario wäre Wahrscheinlicher, dass grosse Menge Giftgas freigesetzt wurde? A: Wurde durch "Chemiebombe" einen Krater Verursacht, und gleichzeitig grosse menge Giftgas freigesetzt? B: Eine Giftgasdepo wurde massiv Bomardiert, was den Krater und gleichzeitig, erklärt warum, grosse Giftgas freigesetzt wurde.

    • MOAB am 27.10.2017 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @EMM

      Um Giftgas effektiv zu verteilen, muss man starke Diffusion herstellen, also eine Bombe mit genügend Sprengkraft..

    • EMM am 27.10.2017 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MOAB

      Zitat ((Der Krater entstand an diesem Morgen und wurde durch die Wucht und hohe Geschwindigkeit einer Bombe erzeugt)) Die Diffusion erklärt leidiglich, die Vermischung von Elementen. -Ausserdem, wäre entweder die Wucht der Explosion schwächer, dafür wäre grössere menge Giftgas vorhanden. -Oder grössere Menge Sprengstoff wäre vorhanden, was den Krater und die Wucht erklärt. Beides geht nicht. Ausserdem ist die rede von Massive Explosion, und grosse Menge Giftgas, was die Bombardierung als erklärung allein, nicht ausreicht.

    • EMM am 27.10.2017 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MOAB

      Eine Sarinbombe mit zu Starken Explosiven Kern. Würde Sarin Thermisch Oxidieren, und Sarin unschädlich machen. Ausserdem, erklärt das nicht die Starke Explosion und Druckwelle.

    • PiriReis am 29.10.2017 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MOAB

      Nein das stimmt so nicht. Chemie Bomben werden über den Boden detoniert um eine gute Diffusion zu haben. Der grosse Bombenkrater widerspricht der gewollten Aussage. Weshalb hat es rund um den Krater die Reste eines Gebäudes? Weshalb durfte die Kommission den Flugpfad nicht einsehen? Das sind Fragen zum Bericht... nicht zur Urheberschaft des Gift Gases

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  • Joe Weller am 27.10.2017 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, iss klar

    Dieselbe UNO, die unter Kofi Annan den Völkermord in Ruanda zugelassen hat und den Angriff auf den Irak gut geheissen hat, nachdem die CIA "Beweise" für Massenvernichtungswaffen präsentiert hat? Ich glaube diesem Propagandaverein kein Wort mehr.

    • Ibiness am 27.10.2017 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Joe Weller

      Sie wären natürlich der perfekte Kofi, ohne Wenn und Aber... Sie würden NIE FEHLER machen..

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  • Bume83 am 27.10.2017 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alles mitgenommen??

    Ich dachte Syrien hat seine Chemiewaffen bestände denn USA abgegeben damit diese auf einem Spezialschiff im Mittelmeer unschädlich gemacht werden konnten. Woher sollte Assad dann das Sarin haben frage ich mich. Haben die USA etwa nicht alles mitgenommen oder was? Aber wenn ich schaue welche Quellen hier zu wort kommen ist schon einiges klar.