Internationaler Index

25. Januar 2017 06:20; Akt: 25.01.2017 06:49 Print

In der Türkei und in Katar nahm die Korruption zu

Die Korruption ist in vielen Ländern auf dem Vormarsch. Zu diesem Schluss kommt die Organisation Transparency International. Die Schweiz konnte sich verbessern.

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Katar ist wegen der umstrittenen Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaft 2022 der grösste Verlierer im Jahr 2016: Arbeiter in Doha. (Archivbild) (Bild: Keystone/Alessandro Della Valle)

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Die Korruption ist laut einer Untersuchung der Organisation Transparency International in vielen Ländern auf dem Vormarsch. Die Schweiz hält sich dagegen konstant gut im Ranking des Corruption Perceptions Index (CPI), der am Mittwoch veröffentlichte wurde.

69 Prozent der 176 untersuchten Länder erreichten im aktuellen Korruptionsindex weniger als 50 Punkte. Anders als im Vorjahr lag die Zahl der Länder, die sich verschlechterten, höher als die der Aufsteiger. Der Corruption Perceptions Index (CPI) reicht von null bis 100, wobei 100 für den niedrigsten Korruptionsgrad steht. Der CPI listet 176 Länder auf und misst, wie die Korruption in Wirtschaft, Politik und Verwaltung wahrgenommen wird. Er stützt sich auf verschiedene Umfragen und Untersuchungen von unabhängigen Institutionen.

Schweiz auf Rang 5

Den besten Wert erreichte zum dritten Mal in Folge Dänemark, das sich den Spitzenplatz in diesem Jahr mit Neuseeland teilte. Beide kamen auf 90 Punkte, gefolgt von Finnland und Schweden. Die Schweiz verbesserte sich wieder und rückte vom siebten auf den fünften Platz vor mit 86 Punkten.

Seit Jahren schneidet die Schweiz im Ranking stabil innerhalb der Ränge 5 und 8 ab. Das sei erfreulich, bedeute aber nicht, dass der öffentliche Sektor des Landes frei von Korruption sei, heisst es bei Transparency International Schweiz. «Immer wieder werden auch dort Fälle von Korruption bekannt, meistens im öffentlichen Beschaffungswesen. Und diese Fälle dürften nur die Spitze des Eisbergs bilden.»

Schlusslicht des Rankings ist zum zehnten Mal in Folge Somalia (zehn Punkte), knapp davor lagen der Südsudan (elf Punkte), Nordkorea (zwölf Punkte) und Syrien (13 Punkte). Die USA (Rang 18) büssten zwei Plätze ein, die Türkei rutsche von Rang 66 auf Platz 75 ab.

Vor allem in Krisenregionen wie dem Nahen Osten machte Transparency einen Anstieg der Korruption aus. Grösster Verlierer war 2016 demnach der Golfstaat Katar (Platz 31), der zehn Punkte schlechter abschnitt als im Vorjahr. Die Ermittlungen zur umstrittenen Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaft 2022 an den Golfstaat sowie Berichte über die mutmassliche Ausbeutung von Gastarbeitern hätten dem Ansehen des Landes geschadet, erklärte Transparency.

Privatsektor nicht berücksichtigt

In zu vielen Ländern sorge Korruption dafür, dass Menschen das Nötigste vorenthalten wird und «sie jede Nacht hungrig zu Bett gehen müssen, während die Mächtigen und Korrupten ungestraft einen verschwenderischen Lebensstil geniessen können, ohne dafür bestraft zu werden», erklärte der TI-Vorsitzende José Ugaz.

Der Teufelskreis aus Korruption und sozialer Ungleichheit müsse dringend durchbrochen werden. Es müsse verhindert werden, dass sich weiterhin einige Wenige auf Kosten der Allgemeinheit bereicherten. Scheitere der Kampf gegen die Korruption, biete dies einen Nährboden für populistische Politiker. Der CPI misst nur die im öffentlichen Sektor grassierende Korruption. Die Korruption im Privatsektor wird nicht berücksichtigt.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Iderf am 25.01.2017 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoppla

    da wird aber Herr Erdogan keine Freude haben.

  • 123 am 25.01.2017 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In der Türkei und in Qata nahm die krruption zu

    Wiso in Qatar die WM? Es ist sowieso viel zu heiss.

    einklappen einklappen
  • Democratius am 25.01.2017 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wo Diktatoren herrschen...

    ...ist Korruption nie weit weg. Klar gibt es auch Korruption auch in Demokratien, aber dort meist in der Wirtschaft wo mit CEO / President auch eine Art Diktatur herrscht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • PascalK2015 am 25.01.2017 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau, immer wieder lustig.

    Die Schweiz konnte sich verbessern. Ach diese Witze die immer in der Zeitung stehen, so amüsant.

    • Glaedr . am 25.01.2017 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @PascalK2015

      wieso soll das nicht stimmen? es heisst ja nur das andere Länder korrupter sind und nicht das die Schweiz nicht korrupt ist. ich glaube das Länder wie USA, Italien, Russland ect korrupter sind als wir.

    einklappen einklappen
  • Democratius am 25.01.2017 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wo Diktatoren herrschen...

    ...ist Korruption nie weit weg. Klar gibt es auch Korruption auch in Demokratien, aber dort meist in der Wirtschaft wo mit CEO / President auch eine Art Diktatur herrscht.

  • LogikBombayStyle am 25.01.2017 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bilanz

    Das ist typisch wie die Schuld nur auf diese Länder geschoben wird. Wer hat den zu FIFA 2022 zugestimmt liebe.Schweizer?

  • Ottoman am 25.01.2017 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau

    Und in der schweizbund amerika ja nicht... wie kommt man überhaupt zu solch einem schluss ohne vor der eigene türe zu schauen...

  • Klaus France am 25.01.2017 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    meisten so wenn Richter Eingeserrt werde

    ist doch meistens so..wenn sogar Richter Eingesperrt werden wie in der Türkei man, wie will man da noch ein Gesetz umwälzen !!!