Nuklearkrise

10. August 2017 13:11; Akt: 10.08.2017 13:11 Print

Er kann drohen, wie er will – es kommt auf China an

Donald Trump hat die Welt mit der Androhung von «Feuer und Zorn» gegen Nordkorea aufgeschreckt. Zehn Punkte zeigen, dass jetzt China handeln muss.

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werde Nordkorea von den USA zu spüren bekommen, wenn die Drohungen gegen die Vereinigten Staaten nicht aufhören sollten. Mit diesen markigen Worten reagierte US-Präsident Donald Trump am 8. August 2017 auf die Nachricht, dass das Regime von Kim Jong-un jetzt fähig sei, seine Langstreckenraketen mit kleinen Atomsprengköpfen zu bestücken. Kim Jong-un reagierte umgehend mit der Drohung, die zu den USA gehörende anzugreifen. Damit die Eskalation nicht weiter drehe, müsse Trump wichtige Eckpunkte beachten, schreibt der Experte Jamie Metzl auf CNN. (4. Juli 2017) an der Spitze Nordkoreas. Kim denkt dabei an das Schicksal des libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi. Bild: Ghadhafi spricht am 2. März 2011 in Tripolis. Nachdem Ghadhafi auf Geheiss der USA sein Atomprogramm aufgab, stürzte das Land in den Bürgerkrieg. Ghadhafi wurde angegriffen ... (20. Oktober 2011) ... und ermordet. Kim glaubt, mit Nuklearwaffen im Arsenal hätte Ghadhafis Herrschaft überlebt. Bild: Ghadhafis Leiche am 21. Oktober 2011 in einem Shopping Center von Misrata, Libyen. , weil der Preis für das abgeschottete Land nicht hoch genug war. Kims Vater Kim Jong-il hintertrieb Abkommen mit den USA unter der Regierung von Bill Clinton. Bild: Mit US-Aussenministerin Madeleine Albright am 23. Oktober 2000 in Pyongyang. Am 27. Juni 2008 sprengte der ältere Kim einen Kühlturm des Yongbyon-Kernkraftwerks. Das sollte zeigen, dass Nordkorea die Produktion von Plutonium aufgab. Doch am 8. Oktober 2013 wies der südkoreanische Geheimdienst mit Luftbildern nach, dass Nordkorea einen Plutoniumreaktor wieder in Betrieb genommen hat. Der seit 2016 regierende Sohn Kim Jong-un treibt die Nuklearrüstung schnell weiter. von seinem Aufrüstungspfad abgebracht werden. Angesprochen ist vor allem China, das von Nordkorea Kohle kauft, dessen wichtigstes Exportprodukt. Bild: Kohleberg vor der Verschiffung am 24. Juli 2016 Im Hafen von Rason. gegen Nordkorea zugestimmt. Diese Sanktionen allein werden indes Kim Jong-un kaum umstimmen können. Bild: Amerikas UNO-Botschafterin Nikki Haley mit dem chinesischen Botschafter Liu Jieyi im Saal des Sicherheitsrats in New York. . Im Gegenzug versorgt China das isolierte Land mit allen lebenswichtigen Gütern. Vor allem liefert es Erdöl. Bild: Erdölfässer am 8. Mai 2016 bei der Stadt Sinuiju. Die koreanische Volksarmee ist auf chinesische Ausrüstung angewiesen. Bild: Soldatinnen marschieren am 15. April 2017 im Stechschritt über den Kim-Il-Sung-Platz in Pyongyang. . So hat Südkorea begonnen, das amerikanische THAAD-Abwehrsystem gegen einfliegende Missiles zu installieren. Bild: THAAD-Batterie am 2. Mai 2017 auf einem Golfplatz in Seongiu. China missfällt auch, dass das von Nordkorea bedrohte Japan nun aufrüstet. Bild: Zerstörer JS Kurama am 27. Oktober 2009 ausserhalb Sagami südlich von Tokio. würde. Bild: Xi applaudiert am 1. August 2017 in der grossen Volkshalle in Peking zum Anlass der Gründung der Volksbefreiungsarmee vor 90 Jahren. Doch Reformen widersprechen der militärischen Ordnung und durchgängigen staatlichen Kontrolle, die das Regime von Kim Jong-un zur Sicherung seiner Herrschaft braucht. Bild: Nordkoreanische Mädchen in der Schlusszeremonie der Arirang-Massenspiele am 26. Juli 2013 im Stadion Erster Mai von Pyongyang. . Entweder stützt das Land weiterhin Kim Jong-un und seine Rüstungsanstrengungen. Bild: Xi Jinping (rechts) gibt Nordkoreas Vizemarschall Choe Ryong Hae am 24. Mai 2013 in Peking die Hand. Oder China schlägt sich auf die Seite der westlich orientierten Staaten und arbeitet aktiv darauf hin, dass Nordkorea seine nukleare Bewaffnung aufgibt. Bild: Xi Jinping begrüsst Japans Premierminister Shinzo Abe in der grossen Volkshalle von Peking am 10. November 2014. So weiterzufahren wie bisher wäre für China in vielerlei Hinsicht nachteilig. Es hiesse, Nordkorea weiterhin mit viel Aufwand zu stützen. Bild: Xi Jinping am 30. Juli 2017 an einer Militärparade in der autonomen Region Innere Mongolei. Nordkorea könnte einen wachsenden Einfluss auf China ausüben, denn Peking müsste sich auch gegen Sanktionen des Westens wehren. Bild: Kim Jong-un verfolgt am 22. Mai 2017 den Start eines Pukguksong-2-Flugkörpers. Die schlimmste Konsequenz wäre ein militärischer Schlagabtausch: Bild: Start eines Pukguksong-2-Flugkörpers am 22. Mai 2017 irgendwo in Nordkorea. . Sie könnte die nukleare Bedrohung für die ganze Region reduzieren. Bild: Xi Jinping (rechts) mit US-Präsident Donald Trump am 8. Juli 2017 am G-20-Gipfel in Hamburg. Als Folge könnte das Regime Kim Jong-uns stürzen und die koreanische Halbinsel könnte geeint werden. Leitet China diesen Prozess ein, könnte es einen grossen Einfluss auf dessen Gestaltung ausüben. Bild: Geflüchtete Nordkoreaner bereiten am 29. April 2016 den Abwurf von 300'000 Flugblättern gegen Kim Jong-un aus Ballons vor. Vollbringt China die Befriedung der koreanischen Halbinsel, wäre seine Stellung als verantwortungsvolle Weltmacht gestärkt und die historische Rolle von Präsident Xi Jinping gesichert. Bild: Xi mit Gattin Peng Liyuan vor einem Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie am 7. Juli 2017.

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US-Präsident Donald Trump hat diese Angst nicht entschärft. Auf die Nachricht aus der «Washington Post», dass Nordkorea jetzt seine Langstreckenraketen mit Atomsprengköpfen bestücken könne, reagierte er mit einer verbalen Attacke. Falls Nordkorea seine Drohungen gegen die Vereinigten Staaten nicht stoppe, sagte Trump, werde das Land «Feuer und Zorn und eine Macht erfahren, die diese Welt noch nie gesehen hat».

Jetzt müsse China handeln, um einen Waffengang zu verhindern, glaubt Jamie Metzl. Der Forscher in der Denkfabrik Atlantic Council und frühere Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrats skizziert für CNN in Punkten, was Trump bezüglich Nordkorea jetzt beachten muss (siehe Bildstrecke oben). Seine wichtigste Schlussfolgerung: Es kommt auf China an, wie sich die Krise jetzt weiterentwickelt.

(sut)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pitri am 10.08.2017 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hoffen auf China

    da muss ich Herrn Metzl recht geben, nur China kann dass ganze beruhigen. Ich war nie ein Fan von China, aber unterdessen, wenn man die beiden Kindsköpfe der USA und NK anschaut, ist China noch am berechenbarsten und die, die zum Glück noch einen kühlen Kopf bewahren

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  • myname am 10.08.2017 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Und wann Sanktioniert man mal die USA wegen ihrer Atomwaffen?

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  • Paplo am 10.08.2017 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Ich habe keine ängste, aber bin mir bewusst.... es gibt nur diese eine Welt für uns und diese drohenden aussagen von Machthabern und Präsidenten sind wohl etwas , was uns wieder einmal zeigt.... einer kann..... Millionen zerstören per Knopfdruck eigentlich Wahnsinn oder nicht?! und mit diesem wissen kann ich nur auf Vernunft und einsicht hoffen.....!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Liron am 14.08.2017 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Gedanken

    Trump lenkt ab von innerstaatlichen Problemen. Drohgebärden und Kriegsszenarien beflügeln die Waffenproduktion (Volk macht mit; entsprechende Aktien steigen). Es wird KEINEN Krieg geben. China müsste/würde im Ernstfall eingreifen müssen. Und Chinas Raketen erreichen JEDEN Punkt in den USA. So gesehen kann man sagen, dass Nordkorea unter einem Schutzschirm steht. USA sind Kriegsnation (keine Kulturnation), invasiv und unilateral. Aber so funktioniert die Welt nicht.

  • Amen am 13.08.2017 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heute ist der 13....

    Heute Nacht schlägt Trump zu. Alle die es noch wollen, können in Frieden von der Familie sich verabschieden. Wir treffen uns an der Regenbogenbrücke.

  • RoCh am 13.08.2017 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achse des bösens

    Es soll kein Amerika-Bashing sein, nur eine objektive Beurteilung. Ich habe nicht genug Zeilen und Platz für sämtliche US-Interventionen aufzulisten. Die Liste der Militäroperationen der Vereinigten Staaten ist frei einsehbar. Und erschreckend, wieviele dutzend Male interveniert worden ist vom 20. bis zum 21. Jahrhundert. Es wurde mit jedem Despoten Geschäfte gemacht, solange diese im Interessen der USA standen. Hunderttausende von Menschen starben bei diesen Operationen. Einen grösseren Agressor gibt es in der Neuzeit nicht. Warum dulden wir alle diese Kriegsverbrechen so stillschweigend???

  • Mani Motz am 13.08.2017 09:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt ist China doch nicht mehr so böse

    Ich denke, im Hintergrund ist China und wohl auch Russland schon längst aktiv. Irgendwer mit Vernunft muss ja die beiden Streithähne zügeln

  • märlitante am 12.08.2017 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ja klar...

    Der Kim soll nicht auf China hören, wers glaubt.. Ich verstehe die Interessen Chinas, aber wollen die wirklich ein NK mit Atomwaffen? Das lässt du doch nur zu, wenn du zu 100% das Sagen hast.