Präsident Trump

11. Oktober 2017 19:02; Akt: 11.10.2017 22:46 Print

Trump droht TV-Sender mit Lizenzentzug

Präsident Trump hat einen NBC-Bericht zum US-Atomwaffenarsenal dementiert. In einem Tweet denkt er laut über einen Lizenzentzug nach.

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US-Präsident Donald Trump hat seine Angriffe auf kritisch über ihn berichtende Medien verschärft. Er brachte am Mittwoch einen möglichen Entzug der Senderechte für bestimmte US-Sender wegen der angeblichen Verbreitung von «Falschnachrichten» ins Spiel.

Hintergrund war einen Bericht des Senders NBC News, wonach Trump eine drastische Aufstockung des US-Atomwaffenarsenals verlangt haben soll. Der Präsident dementierte dies energisch.

Die «Falschnachrichten», die von NBC und anderen Netzwerken verbreitet würden, seien «schlecht für das Land», wetterte Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter: «An welchem Punkt ist es angebracht, ihre Lizenz in Frage zu stellen?» fragte er. Die Pressefreiheit ist durch die US-Verfassung geschützt. Doch bezog sich der Präsident möglicherweise auf die Vergabe von Sendefrequenzen durch die Behörden.

Einige Stunden später machte Trump bei einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau im Weissen Haus seinem Unmut über einen Teil der US-Medien nochmals Luft, ohne allerdings seine Idee eines Entzugs von Lizenzen erneut aufzugreifen. Die Presse sei «enorm unehrlich», sagte Trump. Es sei «offen gesagt, widerlich», dass die Presse «in der Lage sei zu schreiben, was auch immer sie will».

Kritik an Berichten ohne Quelle

Der Präsident beschwerte sich darüber, dass Enthüllungsberichte über ihn verbreitet würden, die keine Quellen hätten. Die zitierten Quellen in diesen Berichten «existieren nicht», sie seien erfunden. In seinem Bericht über Trumps angebliche Äusserungen zum US-Atomwaffenarsenal bei einem Treffen im Sommer im Pentagon hatte sich NBC News auf drei nicht namentlich genannte Teilnehmer berufen.

Laut diesen von dem Sender zitierten Quellen soll Trump in der Sitzung eine nahezu zehnfache Vergrösserung des Atom-Arsenals verlangt haben. Die Forderung soll er vorgebracht haben, nachdem ihm eine Grafik über die graduelle Verringerung des US-Atomwaffenarsenals seit den sechziger Jahren gezeigt worden sei.

«Erfunden» und «reine Fiktion»

Trump bezeichnete den Bericht auf Twitter als «erfunden» und «reine Fiktion». Später sagte er bei seiner Begegnung mit Trudeau, er habe nie von einer Aufstockung des Atomwaffenarsenals gesprochen. Er habe vielmehr verlangt, dass das bestehende Arsenal in «perfektem Zustand» erhalten werde.

Unterstützung bekam Trump von seinem Verteidigungsminister Jim Mattis, der den Bericht ebenfalls dementierte. Es sei «absolut falsch», dass der Präsident für mehr US-Atomwaffen plädiert habe, erklärte der Pentagon-Chef. Diese Art von falscher Berichterstattung sei «verantwortungslos», fügte er hinzu.

Mit einer Aufstockung ihres Atomwaffenarsenals würden die Vereinigten Staaten gegen eine ganze Reihe von internationalen Abrüstungsverträgen verstossen.

(kaf/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • John Doe am 11.10.2017 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Trump wird zum "Erdogan"

    Oder Vladimir Putin. Fernsehsender, die kritisch über ihn berichten, werden dicht gemacht. Damit sollten auch die letzten Trump Fans erkennen, wo Trump hin will. Mit Demokratie hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun.

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  • Ronald McDonald am 11.10.2017 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    Haha klar

    Donald "denkt über einen Lizenzentzug nach"? Die Erfahrung zeigt uns dass es bei ihm mit Nachdenken nicht weit her ist. Und selbst wenn: Sowas hat er nicht alleine zu bestimmen. Nichts anderes als ein weiteres Täubeln des Kleinkindes in Chief.

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  • Erwin B am 11.10.2017 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Kompetenz

    Wie kann man eine so einfältige Aussage überhaupt ernst nehmen? Ein US-Präsident hat zwar einige Kompetenzen erhalten, eine so entscheidende Einschränkung der Pressefreiheit gehört aber definitiv nicht dazu. Also nur leeres Geplapper eines Politikers, der keine Zukunft mehr hat...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Spatz am 12.10.2017 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Narzisst erster Güte

    Mr President beklagt sich darüber, dass die Presse in der Lage sei zu schreiben, was immer sie wolle. Na und? Er doch auch. Wahrheit hin oder her.

  • Staaten Girl am 12.10.2017 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Na ja, da gibt es zwei Seiten, wie immer

    Dass einige Blätter und Sender jedes Wort von Trump ihm im Munde umdrehen und nur negativen Schlagzeilen (copy paste) liefern und es mit der Wahrheit nicht ganz so ernst nehmen und ohne eigene Recherche publizieren, ist wohl richtig und des öfteren bewiesen worden. Dass Trump nun zu solchen Mitteln greifen will, erinnert an seinen Lieblingsfeind in Nordkorea.

    • angewidert am 12.10.2017 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Staaten Girl

      lass es einfach. Trumps Worte muss man weder verdrehen noch interpretieren und schon gar nicht relativieren. nur euch Trumpsupportern wäre es recht, wenn die Meinungsfreiheit eine Einbahnstraße wär. ist sie jedoch nicht. also hör auf zu weinen, wenn man dein Idol so kritisiert, wie er es mit anderen macht.

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  • FluffyUnicorn am 12.10.2017 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Stop the spam!

    Hört doch endlich mal damit auf, täglich darüber zu berichten, was Trump gerade getwittert, gegessen oder seiner Frau im Helikopter zugeflüstert hat. Es kommt ja wirklich täglich irgendwas und nicht alles muss ständig gross publiziert werden, das geht mit auf den Senkel!

  • Beobachter am 12.10.2017 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich lach mich schlapp

    Wer ist eigentlich dieser Donald Trump? Wieso hat er es geschafft das Gesprächsthema Nummer 1 zu werden, obwohl von uns Kommentatoren ihn nie jemand getroffen und mit ihm gesprochen hat? Wieso investieren die meisten mehr Zeit ihn zu diffamieren statt sich politisch zu bilden und mit schlagkräftigen Argumenten ihm Grenzen aufzuzeigen? Die Kommentare zeigen eindeutig auf, dass der Mensch ein Herdentier ist.

    • D. Hölscht am 12.10.2017 09:36 Report Diesen Beitrag melden

      Politisch bilden

      sollte sich vielleicht zuerst mal der mit dem US-Präsidentenamt. Dann haben wir für immer Ruhe vor ihm, denn Bildung ist nicht unbedingt sein Kerngeschäft.

    • Claudi am 12.10.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      Tja - warum wohl nur?

      Vielleicht weil er Nr. 1 (bzw. 45) der USA ist? Vielleicht weil er unsere Atmosphäre radioaktiv verstrahlen will? Vielleicht noch x andere Gründe?

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  • Detlef am 12.10.2017 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Mr T(r)ump

    Der hätte wichtigere Projekte in seinem Land an die Hand zu nehmen, als sich mit "Kleinkram" abzugeben. Aber da ist sein beleidigtes Ego gewaltig im Wege!