Gemeinsames Abendessen

17. Oktober 2017 04:13; Akt: 17.10.2017 04:29 Print

May und Juncker fordern beim Brexit mehr Tempo

Ein halbes Jahr nach dem EU-Austrittsgesuch Grossbritanniens stocken die Verhandlungen. Die britische Regierungschefin hat deshalb das Gespräch mit der EU-Spitze gesucht.

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Küsschen zum Abschied: Theresa May und Jean-Claude Juncker in Brüssel. (16. Oktober 2017) (Bild: Keystone/Virginia Mayo)

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Die Europäische Union und Grossbritannien wollen die stockenden Brexit-Verhandlungen schneller voranbringen. Dies teilten EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Premierministerin Theresa May am Montagabend nach einem Abendessen in Brüssel mit.

Die gemeinsame Erklärung kam nur wenige Tage, nachdem die EU eine «Blockade» in den Gesprächen über den für 2019 geplanten EU-Austritt Grossbritanniens beklagt hatte. Nun hiess es, die Atmosphäre des Arbeitsessens sei freundlich und konstruktiv gewesen. «Die Premierministerin und der Präsident der Europäischen Kommission überprüften den Fortschritt der bisherigen Verhandlungen im Rahmen des Artikel 50 und kamen überein, dass diese Bemühungen in den kommenden Monaten schneller werden sollten», hiess es in der Erklärung.

Man sei sich einig, dass dies in dem dafür vorgesehenen Rahmen geschehen solle. Zuständig sind EU-Chefunterhändler Michel Barnier und Brexit-Minister David Davis, die ebenfalls am Abendessen teilgenommen hatten.

Vorbereitung auf EU-Gipfel

May hatte den Besuch in Brüssel am Wochenende überraschend angekündigt, aber erklärt, die Reise sei bereits seit geraumer Zeit geplant worden. Nach Angaben der britischen Regierung ist sie Teil der Vorbereitung des anstehenden EU-Gipfels in Brüssel. Am Donnerstag und Freitag treffen sich dort die EU-Staats- und Regierungschefs. Auf dem Programm steht unter anderem die Bewertung der Austrittsgespräche mit Grossbritannien.

Ursprünglich wollten die Staats- und Regierungschefs bereits jetzt die zweite Phase der Verhandlungen einläuten, in der es um die künftigen Beziehungen, ein Handelsabkommen beider Seiten und eine Übergangsphase gehen soll. Vorher will die EU aber unbedingt wichtige Trennungsfragen klären, unter anderem Milliardenforderungen an London. Dies gelang bisher nicht. Nun hofft die EU, bis Dezember die Hürde zu nehmen.

London hat grosses Interesse, schnell mit Gesprächen über die künftigen Beziehungen zu beginnen. «Wir denken, dass es an der Zeit ist, mit den Verhandlungen voranzukommen», sagte Aussenminister Boris Johnson am Montag. Erst am Donnerstag hatte Barnier erklärt, die Verhandlungen über Finanzfragen steckten in der Sackgasse.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marie am 17.10.2017 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    Verhandeln

    Wenn unser BR bei der Umsetzung der MEI May's Hartnäckigkeit gezeigt hätte, hätten die vertragskonform verhandeln müssen. Was sind denn das für Partner, die sich nicht an Verträge halten?

  • Yak60 am 17.10.2017 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sterbehilfe

    Brexit ist wie Exit für die Eu . Ich hoffe andere werden folgen.

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  • Fraz am 17.10.2017 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ruckzuck

    Ach Frau May, geben sie sich einen Ruck! Noch zusätzlich ein paar Milliärdchen drauf legen und der Deal ist perfekt. Mehr will der Herr Juncker doch gar nicht...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wähler 2020 am 17.10.2017 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wutbürger, Rosinenpicker

    Theresa May hat das gleiche Problem wie Katalonien oder unsere Sünneli Partei: Bewirtschaftung von Feindbildern funktioniert so lange, bis durch unerwartete knappe Mehrheiten Abstimmungen angenommen werden. Dann müssen die Rosinenpicker den Wutbürgern ihre Versprechen "liefern". Und genau dass ist in allen 3 Fällen nicht möglich.

  • Mauli Fränzel am 17.10.2017 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Schnurze

    Tja das kommt halt wenn man alles der Wirtschaft überlassen will und der Profit im Vordergrund steht. Entweder es gibt eine Krise die EU zusammenschweißen lässt oder sie wird zumindest in dieser Form nicht all zulange bestehen können. Dauert aber noch paar Jahre so das wir es nicht mehr selber Erleben werden. ^^

  • M.B. orig. am 17.10.2017 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Arbeit bisher

    Ich finde es gut, wie die EU ihre Mitglieder hier vertritt und verteidigt. Genauso wollen es die Länder ja auch. Keine Ahnung, weshalb dies hier nicht gerne gesehen wird. Man verlangt doch sonst auch immer, dass seine Regierung ihre Bürger vertritt, wieso sollen es die anderen nicht dürfen?

    • qwertz am 17.10.2017 15:57 Report Diesen Beitrag melden

      @M.B.

      Weil die EU kein Land ist und die "Regierung" keine ist? Ich habe auch Mühe mit der Aussage: "ihre Mitglieder hier vertritt und verteidigt" - deshalb muss UK 50 Milliarde an Pensionen für EUkraten zahlen? Sorry, die Mitgliedstaaten is der EU egal, es geht um ihr eigenes Wohl

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  • Rodriquez am 17.10.2017 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EU wird nicht bestehen

    Die EU wird auseinanderdriften. Viele Völkergemeinschaften konnten ihre Eigenheit in den vergangenen Jahrhunderten nie ausleben, immer waren sie irgendwo und wie unterjocht. Dieses Gefühl der Freiheit wollen die Volksgemeinschaften leben und wegen der Globalisierung nimmt dieser Wunsch weiter zu. Verständlich sich vom Zentralismus EU zu verabschieden.

    • Wolfgang am 17.10.2017 13:58 Report Diesen Beitrag melden

      @Rodriquez

      Langweilig. Das lese ich hier seit mindestens 10 Jahren. Bevor die EU zerbricht, bricht das UK auseinander

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  • Fraz am 17.10.2017 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ruckzuck

    Ach Frau May, geben sie sich einen Ruck! Noch zusätzlich ein paar Milliärdchen drauf legen und der Deal ist perfekt. Mehr will der Herr Juncker doch gar nicht...